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1 (1834) Allgemeine Botanik I / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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den, vermittelst des Bügelstahls tödtet. Nur ist zu bemerken,

> daß man nie mit dem heißen Stahle unmittelbar die Pflanze be»

^ rühre, sondern immer ein, nach Maßgabe der Umstände auch, mehrere Blätter Papier auf die leztcre lege. Solche durch dasAbbrühen oder den heißen Stahl gctödteten Pflanzen sollen schonnach etwa 6 Stunden zum Erstenmale und dann Mehrercmale alle^ Stunden in trocknes Papier umgelegt werden, weil sie in denersten Tagen gewöhnlich eine größere Menge Feuchtigkeit von sichgeben, bei vorsichtiger Behandlung aber auch so schnell, ja zu-weilen schneller trocknen, als manche weniger saftreicben Pflanzen.Bei den auf diese Weise behandelten Pflanzen ist es aber nichtimmer möglich, die zarter» Blütheinheile so zu erhalten, daß die-selben noch in dem Grade, wie bei andern gut getrockneten Pflan-zen , zur Untersuchung tauglich sind. Daher hat man hier be-sonders darauf zu sehen, daß Lage, Stellung und Umrisse mög-lichst erhalten werden.

Zarte Wasserpflanzen, wie Conferven und Eharen, de-ren seinen fadenförmigen Theile beim Herausnehmen aus demWasser leicht zusammenfallen oder sich durcheinander wirren, müs-sen auf Schreib - oder Druckpapier, welches auf einer Glasplatteliegt, unter Wasser ausgebreitet werden, wozu man sich am be-sten einer stumpfen Nadel bedient, während man das Wasserdurch Schiefstellen der Glasplatte allmälig ablaufen läßt. Nach-dem die so ausgebreitete Pflanze nebst ihrem Papierblatte awderLust etwas abgetrocknet ist, wird sie zwischen die gewöhnlichen 2trockenen Druckpapierblältcr und Fließpapicrlagen gebracht, undnur einem mäßigen Drucke unterworfen, wobei sie meist in kur-zer Zeit ganz trocken wird.

Endlich gibt es noch Pflanzen, namentlich die Moose(Mnsoi), Lebermoose (Istopatieno) und Flechten (Ickvlreneg),welche in der warmen Jahrszcit, wo man die meisten Excursiv-uen anstellt, an etwas freien Standorten gewöhnlich durch dieSonnenwärme so ausgetrocknet werden, daß dieselben mehr oderweniger unkenntlich oder sehr zerbrechlich geworden sind. Diesemüssen dann vor dem Einlegen in Wasser eingeweicht, oder da-mit begossen werden, wodurch sie ihre natürliche Gestalt, Farbeund Biegsamkeit wieder erhalten, und erst nachdem man das et-wa zu viel cingesvgene Wasser durch untergelegtes Fließpapier