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sternförmige Bildungen zusammen, wie bei der Kaiserkrone(kiZ. 46.), den Veilchen und der gemeinen Küchen-schelle (^neinons kulsrrtiila).
Während in den Hvlzzcllen der Nadelhölzer die Spiralsasernin den jüngern Theilen in der Ncgel deutlicher, später aber theil-weise oder ganz verschwunden sind, findet bei den Faserzctten derAntheren gerade das Umgekehrte Statt, indem vor der Reife derAnthercn die Fasern fehlen und erst später immer deutlicher sichausbilden. Den wichtigen Zweck der leztern beim Oeffncn derStaubbeutel werden wir später noch kennen lernen.
§. 15 .
Der Inhalt der Jetten ist, wie schon früher erwähnt wor-den, Anfangs eine wässerige, durchsichtige, farblose Flüssigkeit,welche erst später auf sehr'verschiedene Weise verändert wird, ofteine bestimmte Färbung annimmt, und in vielen Fällen auchganz verschwindet, wo dann die Zellen statt der Flüssigkeit Luftenthalten. Das Leztere ist der Fall in dem Mark und in derOberhaut der meisten Pflanzen, in den punktirten Hvlzzetten derNadelhölzer und in vielen Pflanzenhaarcn. Bevor die Flüssig-keit verschwindet, scheiden sich aber in vielen Fällen Stoffe ausderselben ab, welche die ursprünglich farblose Zettenmembran fär-ben, z. B- braun, im Marke des Wallnußbaums und in derRinde vieler andern Bäume, oder sich auf die inneren Zellen-wände als Schleim auflagern, der zur Zettensubstanz erstarrend,jene innern Schichten bildet, vermöge deren die Membran punk-tirter Jetten oft eine so bedeutende Dicke erhält. Bei farbigenPflanzentheilen wird aber die Farbe weit häufiger durch einengefärbten Zettensaft hervorgebracht, welcher durch die ungefärbteund wasserhelle Zettenmembran durchscheint. Sehr deutlich kannman dieses sehen, wenn man von den schön gefärbten Blumen-blättern — z. B. von den violetten des Stiefmütterchens(Viola ockoi-at»), den vrangerothen der Feuerlilie (Ickliumbulbikevum), den rothen der Nelken arten (Oisntlilis) —mit einem feinen Messer die äußere, schj-n gefärbte Schichte gleicheinem Häutchen ablöst und unter einem Wasscrtrvpfen un-ter das Mikroskop bringt, wo man aus allen beim Abnehmenzerrissenen oder durchschnittenen Zellen attmälig die Farbe ver-schwinden sieht, so wie die in ihnen enthaltene Flüssigkeit aus-