Buch 
1 (1834) Allgemeine Botanik I / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
50
JPEG-Download
 

schicht auch auf natürlichem Wege beim Keimen stärkmehlhaltigerSamen (worauf sich die Bereitung des Malzes gründet) undkann auch künstlich durch Zusah von Kleber erzielt werden. Aufdie Eigenschaft des Stärkmehls, durch die Jvdine sich blau zufärben, gründet sich das Verfahren, um in zweifelhaften Fällendie Stärkmchlkörner von ähnlichen Bildungen zu unterscheiden.Man braucht nämlich nur einen Tropfen der wcingcistigcn Losungvon Jvdine (Jodtinktur) auf das zu untersuchende Zellgewebezu bringen, um alle Stärkmchlkörner unter dem Mikroskope au-genblicklich sich schon blau färben zu sehen, wodurch sie leicht vorallen übrigen in den Pflanzen vorkommenden körnigen oder bla-sigen Stoffen zu erkennen sind. In kiZ. 53. ist ein Theil dieserKörner zu sehen, wie sie durch Jodtinktur sich gefärbt haben.

3) Kleine runde Körner, welche, wenigstens bei schwä-cherer Vergrößerung, undurchsichtig, in den verschiedenen Pflanzenverschieden gefärbt sind und nur in den Säften, besonders denMilchsäften, der Saftgänge und der Saftbehältcr, vorkommen (k'i--.34, n. k'iK. 58, d.). Sie sind es, welche diesen Säften ihre(weiße, gelbe, röthlichc) Farbe ertheilen. Von den Stärkmehlkör-ncrn lasten sie sich leicht unterscheiden durch ihre geringere Größe,ihre gleichmäßige Gestalt und ihr Verhalten gegen Jodine, wel-che dieselben nicht blau färbti Diese Körner sind zum Theil har-ziger Natur, wie die chemische Untersuchung bei vielen Pflanzengezeigt hat; zum Theil scheinen sie aber auch das in den mei-sten (vielleicht in allen) weißen Milchsäften vorkommende Feder-harz (6omini el.istieum) zu bilden, welches jedoch zum techni-schen Gebrauche nur von gewissen in wärmcrn Ländern wachsen-den Bäumen, namentlich von der Fcdcrharz-Siphonic(8iplwnia elastien, in Südamerika und von mehreren

Feigenbäumen (Isteus religiös», Kn.; k'. elnstio», Noa°ä.;k. inssio-i, u. a. m.) in Ostindien und China gewonnenwird. Die Harze, Balsame und ätherischen Ocle entstehen haupt-sächlich aus den in den Saftgängen und Saftbehältcr» enthalte-nen Säften, in welchen diese Körner enthalten sind, indem dieseSafte, welche auch unter dem allgemeinen Namen eigene Säftebekannt sind, durch Verdunstung und Eintrocknen bald in ih-ren Gängen und Behältern, bald an der äußern Luft, wenn sie