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1 (1834) Allgemeine Botanik I / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
56
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dem Grade dieser Verwachsung, nach der Breite der Fasern undder Gestalt und Gruße der bleibenden Zwischenräume verschie-dene Modifikationen einer dritten Form, der netzförmigenGefäße. Diese Gefäßsorm unterscheidet sich im Allgemeinenvon den beiden vorhergehenden durch eine gewöhnlich bedeuten-dere Größe und durch breitere und dickere Fasern, welche in wag-rechtcr, schiefer und senkrechter Richtung verlaufen. Die Faseran sich ist auch hier, trotz ihrer Dicke sehr durchsichtig und, unterdem Mikroskope gesehen, meist farblos; nur in manchen Fällenkommt sie gefärbt vor, z. B. gelb i» dem Kernhvlze des Stam-mes und der älter» Acste des P erü ck e n - S u ma ch 6 (kliusLotinus). Geschieht die Verwachsung so, daß wagrccht verlau-fende Fasern in länger« Awischenräumen durch senkrechte Fasernperbundcn werden, so erhalten.diese Zwischenräume das Ansehenvon strichförmigen Spalten, welche meist in senkrechten Reihenübereinander stehen (kl^. 64 k. A. Ii. I'iA, 66, A. I'iA. 71.).Diese Modifikation der netzförmigen Gefäße, deren Wand einigeAehnlichkeit mit einer Leiter hat, bildet die sogenannten Trep-pengefäße. Wenn dagegen die Fasern in kürzern Zwischen-räumen durch senkrecht oder schief verlaufende Aeste untereinan-der verwachsen, so erscheinen ihre Zwisebenräume nur als kurzeStriche oder selbst als längliche Punkte 63 o. H 69 und7V. d'iA.77, c.) und es entstehen dadurch die punktirten oderporösen Gefäße, welche ebenfalls nur als eine Modifikationper netzförmigen Gefäße gelten können. Zwischen den punktirtenund Trcppengefäßcn läßt sich gar keine feste Grenze ziehen; dieleztcrn gehen allmälig in die erster« über und es ist gar nichtsSeltenes, auf der Wanp von einem und demselben Gefäße längereund kürzere Striche zugleich anzutreffen. Besonders da, wo zweiGefäße mit ihren Wänden aneinander stoßen, nehmen die Zwi-schenräume zwischen den Fasern gewöhnlich fast die ganze Breiteder Berührungsfläche ein und bilden, wenn diese breit ist, län-gere Striche (kiZ. 71, v.), so daß an einer Stelle die Gefäß,wände den Charakter der Treppengefäßc, an andern Stellen dender punktirten Gefäße haben können. Mit den Strichen verhältes sich überhaupt, wie mit den Punkte» der punktirten Zellen,daß nämlich die strichförmigcn Spalten zweier sich berührenderGesäße einander gerade gegenüber liegen; aber auch da, wo die