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Stämme und Aeste gewöhnlich schon mit »«bewaffnetem Auge er-kennen läßt. — Die Stellung der Gefäßbündel im Stamme derPflanzen ist charakteristisch für die beiden großen Abtheilungendes Pflanzenreichs, welche man nach der Beschaffenheit des Keims(wie wir später sehen werden) als monokvtyledonische(einsamen lappige) und dikotyledv nische (zweisamen-lappige) unterschieden hat. Bei den erstern finden wir aufeinem Querschnitte des Stammes die Gefäßbündcl mehr verein-zelt und in scheinbarer Unordnung im Zellgewebe zerstreut, wo-durch die Stammsubstanz (wenigstens im Innern) ein mehrgleichförmiges Ansehen erhält (kiZ. 75.); eine eigentliche, denganzen Stamm einnehmende Holzbildung kommt hier nie vor.Bei den dikotyledonischen Pflanzen sind dagegen die Gefäßbündelso gestellt, daß auf dem Querschnitte des Stammes ihre Schnitt-flächen in eine kreisförmige (kiA. 65.) oder wenigstens in einemit der Peripherie des Stammes gleichlaufende, in sich geschlos-sene Linie (k'iF. 6V.) fallen, welche bei krautartigcn, besonderseinjährigen Stengeln zwar oft durch dazwischen liegendes Zellge-webe unterbrochen, aber demungeachtet leicht zu verfolgen ist;bei mehrjährigen Stengeln und namentlich im Hvlzstamme schlie-ßen sich aber die Gefäßbündel näher aneinander und es entstehtdadurch ein dem »«bewaffneten Auge ununterbrochen erscheinen-der Kreis (k'i^. 62 u. 62*), so daß der Stamm in mehreredeutliche ringförmige Schichten (k^K. 6l.) — Rinde (bb),Bast (oo) und Holz (ääo) — geschieden wird, welche die inder Achse liegende Markröhre (k) einschließen. Im leztcnFalle entstehen, durch die alljährliche Anlagerung von neuen Ge-fäßbündel-Kreisen um die schon vorhandenen, die bekannten Holz-oder Jahresringe, welche eben die dikotyledonischen Bäumecharaktcrisiren. — Jedes einzelne Gefäßbündel verläuft ohne Un-terbrcchung und meist auch ohne Zertheilung im Stamme derPflanzen, bis zu den Stellen, wo sich aus dem leztern seitlicheoder periphcrische Theile (Aeste, Knospen, Blätter) entwickelnsollen; dann geht dasselbe entweder in diese Theile über, um sichin denselben in kleinere Bündel aufzulösen oder es sezt seinenLauf fort und sendet nur ein oder mehrere kleinere Gefäßbün-del, gleich Aesten, nach dem Umfange des Stammes (kiZ. 66, «k.ki§. 78.), welche in die neuen Theile eintreten, um sich darin