weiter zu vertheilen. May kann diese Vertheilung in kleinereBündel zwar dem Ansehen nach mit einer Verzweigung verglei-chen ; aber ein solcher von einem Gefäßbündel abgehender Astbesteht in der Regel aus jüngeren Gefäßen, die sich mit ihrenuntern Enden an die Gefäße des Hauptbündels fest anlegen,und stellt demnach wieder ein besvnderes Gefäßbündcl dar. Ebenso entstehen auch die scheinbaren Vcrästungen der einzelnen Ge-säße nur durch das seitliche Ansetzen neuer Gefäße; nie kvmmtdie Rühre des Pflanzengefäßcö in wirkliche Aeste getheiltvor, wie Manche irriger Weise annehmen wollten. DieseVerzweigungen der Gefäßbündel sind es, welche in den Blät-tern die oft so zierlichen Nerven und Adern bilden und dieman in vielen Blumenblättern (1^.79.) bis zu ihrer Auflösungin einzelne Gefäße verfolgen kann, wo man dann die lczternoft noch zu einander überlaufen und dann in einiger Entfernungvon dem Rande sich stumpf endigen sieht.
§. 25.
Daß der Inhalt der Gefäße keine Flüssigkeit, sondern Luftsey, lehrt schon die genauere mikroskopische Betrachtung derselben,wobei nie eine Flüssigkeit wahrzunehmen ist, die sich, wie wirbei dem Zellcnsystcme gesehen, immer unter starker Vergrößerungdurch die in ihr schwimmenden oder abgelagerten Körnchen undBläschen zu erkennen geben und bei der Durchsichtigkeit der Ge-fäßwände so wenig, wie in den Zellen, zu übersehen seyn würde;dafür sprechen ferner manche frühere, besonders aber einige inneuerer Zeit angestellte Untersuchungen, welche den Luftgehaltder Gefäße außer Zweifel setzen. Ueber die Natur der in denGefäßen eingeschlossenen. Luft sind aber die Angaben verschieden.Nach einigen Schriftstellern (de Saussure und Dutrochet)enthält sie die nämlichen Bestandtheile wie die atmosphärischeLust, Stickstoff und Sauerstoff, nur den leztcrn in geringererMenge; nach Andern (v. Humboldt und Theod. Bischofs)ist dagegen die Quantität des Sauerstoffs größer als in der at-mosphärischen Luft. Die neuesten darüber angestellten Versuche(von G. W. Fock c) ergaben endlich, daß nur äußerst wenigSauerstoffgas, dafür aber eine bedeutende Menge Kohlensaure inder von den Gefäßen eingeschlossenen Luft enthalten sey. Es ist
Bischosi, Notanik Vd. I. 5