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1 (1834) Allgemeine Botanik I / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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dividuen bezwecken, welche wir mrr dadurch von der Fortpflanzung(Reproduktion) unterscheiden können, daß sie durch einen, bloßvegetativen Act und nicht durch eine vorhergegangene Fruchtbil-dung vermittelt ist. Ihren Zweck haben die Nermehrungsvrqanchiernach theils mit den vorhergehenden, theils mit den folgendenOrganen gemein. Vcrmehrungs-Organe sind die Knospe, dieZwiebel, der Knollen und das Rindenhvckerchen oder dieLenticel-le.

5. Die reproduktiven oder Fortpflanzungsor-gane, deren Zweck die Frucht- und Samcnbildung und, vermit-telst dieser, die Erzeugung neuer Pflanzen ist. Sie nehmen nichtmehr Theil an der Ernährung der Mutterpflanze und an derVermehrung ihrer Theile, sondern sie empfangen ihre Nahrungü-flüssi'gkeit von der leztern .selbst, welche bloß zu ihreiii eigenenWachsthum, hauptsächlich aber zur Erzeugung und Ausbildungder Anlage einer neuen Pflanze, des Keims, verwendet wird,der häufig schon im Samen auf der Mutterpflanze, oft aber erstnach der Trennung von derselben aus dem Samen (der Spore)sich bildet. Aber nicht allein diejenigen Theile, welche unmittel-bar die Erzeugung der neuen Pflanze bezwecken, sondern auchmanche andere, welche in ihrem Bau, in ihrer Farbe undsonstigen Verhältnissen mehr oder weniger von den vegetativenOrganen verschieden die eigentlichen reproduktiven Organe zu-nächst umgeben oder einhüllen, zählt man zu den Befruchtungs-organen im weitesten Sinne. Zu diesen werden daher die Blüthe,mit allen-ihr zugehörigen Theilendem Kelche, der Blume,den Staubgefäßen., dem Pistille und die Frucht,mit dem in ihr enthaltenen Samen, gerechnet.

Die Vermehrungs- und Fvrtpfla nzun g s organelassen sich sämmtlich betrachten als durch Umwandlung (Meta-morphose) aus den Ernährungsvrganen entstanden. Dahersind diese auch als die Grundorganc der Pflanze anzusehen,aus welchen sich die Bildung der übrigen äußern Organe stetsnachweisen läßt.

Außer den bereits genannten gibt es noch verschiedene Theile,welche ohne UiUcrschied auf allen äußern Organen vorkommenkönnen, und daher nicht selbst als Organe, sondern nur alsUeberzng, Bekleidung u. s. w. von jenen auftreten. Man