Amerika.
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dert jedes neu- Gesetz, jeder Wechsel in den Personen der Volksvertreterund es sind deren viele im Laufe des Jahres, seine ganze Sorgfalt fürdie Zukunft; ist er arm, so kaun jede Veränderung im Staate tym dieMittel bieten, seine Giücksumstände zu verbessern. Er ist deßhalb immerwachsam, stets bedacht aus die Zukunft, — nicht bloßer Zuschauer, son-dern selbst seine Rolle spielend — und beschäftigt, den gegenwärtigenZustand aufrecht zu erhalten oder ihn zu verbessern, und hat dazu dieherrlichste Gelegenheit i» der allgemeinen Wahlfreiheit. Die ganze Maßeder Bevölkerung ist beständig bewegt: Auf sie bauend oder sie fürchtend,dringt man unaufhörlich von allen Seiten auf einen Auslpruch deröffentlichen Meinung. — Kein Mann ist so reich oder mächtig, den ,yrEinfluß nicht zittern machen, keiner so arm und niedrig, in dem sie «lchldie Hoffnung auf Erfolg und Beförderung erwecken könnte. Sie stt vamächtigste Organ öffentlicher Gerechtigkeit, Niemand schonend, vom pra-sidenten der Üniou bis auf den schlichtesten Bürger, erhebend, «nuron«gend oder zermalmend, was sich ihr entgegenstellt und ihren Richkerfinyverdient. Dieser Zustand beständiger Aufregung gibt den Amerikanerndas An,eben geschäftiger Unruhe, ist aber auch gleich der eigentlicheGrund ihrer Zufriedenheit, ihres Nationalstolzes. Die Amerikanerbaden keine Zeit, unglücklich zu sein, und dieses ist das große Lob ihrerVerfassung und ihres Volkslebens. Als Republikanern sind ihnennothwendigerweise schwerere Pflichten auferlegt, als den Bürgern mouar-ch,scher Staate»; aber die Erfüllung derselben ,st ihnen erfreulich undberuhigend, weil sie au das Bewußtsein von Macht geknüpft ist. Deß-halb wünscht sich auch der Amerikaner den Fneden de' Europaer nicht,am allerwenigsten aber genügt ihm daS stille Gluck der D-u>,ch-n. R"hefindet der Amerikaner nur in seinem Hause, im Kre„e seiner Familie,Alles außer demselben ist fortwährendes Wirken und Treiben «n oerPolitik wie im Danket, auf den Straßen und Kanälen, wie in den Wäl-dern und Prairien des Westens. — Nächst den Engländern sind dieAmerikaner das ernsteste, thänqfte und besonnenste Volk der Erde, »noobwohl der Einfluß dieses Naiional-Charakters auf die gesellschaftlichenZirkel Amerika's fühlbar ist, die Bewohner der Union, gewohnt zu denkenund zu überlegen, voll von den Begebenheiten des Tages und den Er-wartungen der Zukunft, sich oft mit einer Wärme ansdrücken, welche auEnthusiasmus grenzt, und deßhalb mehr Aufmerksamkeit und Mitgefühlvon ihren Zuhörern fordern, als Europäer von Rang auf gewöhnlicheGegenstände des Gesprächs zu verwenden pflegen, wirkt derselbe dochnicht zerstörend auf die Gastfreundschaft, diese so rühmliche, vbschvn nurzu oft mißbrauchte Tugend der Amerikaner, und hindert sie derselbenicht, ihre Freünde herzlich zu empfangen, oder in ihren häuslichen Krei-sen sich glücklich zu suhlen. .
Die amerikanischen Frauen, von zarter Gestalt, schmächtigeremKnochenbau und weniger fleischig und derb als dir meisten Europäerin-nen, sind, so lange sie jung sind, der Mehrzahl nach entschieden hübschund angenehm, und ein besonderer Ausdruck klarer Intelligenz und einegewisse, nicht zn beschreibende, sehnsüchtige Melancholie geben ihren Ge-sichtern einen eigenen Reiz, zu dem sich anderswo keine Parallele findet.Ein amerikanisches Mädchen in ihren Zehner-Jahren (in iier ton«) ist einewahre Sylphide; ihre Glieder sind zart, ihre Bewegungen leicht undvoll Grazie und ihr ganzes Wesen würdig und angenehm. In einemAlter von »ierundzwanzig Jahren zeigt sich indessen schon eine gewtfle