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Amerikanisches Staatensystem.
Fülle der Proportionen, und einmal dreißig vorüber, zeigen sich überalldie Spuren der Zerstörung. Die Hauptursache dieses schnellen Ver-blühens, welches gewöhnlich dem Klima zugeschrieben wurde, liegt abermehr in der Gewissenhaftigkeit, mit welcher die Frauen ihre Pflichtenals Hausfrauen und Mütter erfüllen; denn: kaum verheirathet, ziehensie sich von allem geräuschvollen Leben zurück, und einmal Müttergeworden, sind sie begraben für die übrige Welt, und nur als ehrbareMatronen treten sie noch einmal auf, ihre Kinder in die Gesellschafteinzuführen. Eine amerikanische Mutter ist die Amme, Lehrerin, Freun-din, Nalhgeberin ihrer Kinder; beinahe das ganze Geschäft der Erziehungfällt auf sie, und die Aufgabe übersteigt oft ihre physische« Kräfte. —In Bezug auf Erziehung gleichen die amerikanischen Damen den eng-lischen. Die Grundsätze der geoffenbarten Religion und eine kernhafteMoralphilosvphie bilde» den Grund aller weiblichen Erziehung, undbereiten die jungen Mädchen auf ihre Bestimmung zu Gattinnen undMüttern vor. Weibliche Würde, als Resultate von Charakter undGrundsätzen, findet man in den Bereinigten Staaten, wo keine Klassein den Augen des Volkes herabgewürdigt dasteht, und daher auch inihrem eigenen Gefühle nicht entehrt ist, selbst unter den Weibern derniedersten Stände, und erzeugt dort einen Stolz, der aus dem Bewußt-sein eines uutadelhaften Lebenswandels entspringt, und überall Achtungverdient, wo immer wir ihn auch antreffen mögen. — In den Verfeine-rungen des Lebens und dem Welttvn stehen die Amerikanerinnen deneüropäische» Damen nach, aber die Elemente einer sogenannten englischen,und selbst einer gelehrten Erziehung, sind in keinem Lande weiter ver-breitet, als in den Vereinigten Staaten, und es ist daher leicht zu erklä-ren, warum die Weiber in den Bereinigten Staaten den Männern, inBezng auf allgemeine Kenntnisse, so sehr überlegen sind. — Musik undMalerei werden in Amerika weniger betrieben, als in Deutschland undFrankreich, koch wird eben so viel gespielt und gesungen, als in England.Die Damen der »örtlichen Staaten lieben es, sich als Gelehrte zu zei-gen , die der südlichen und mittleren hingegen, die sich in äußerenManieren durch größere Grazie und Eleganz auszeichnen, und derenpersönliche Vorzüge in England unter der Benennung von amerikani-schen Schönheiten ssmeriesn benuties) hinlänglich bekannt sind, habe»sich mehr das Gebiet der schönen Künste und Grazie angeeignet, ohneaber dadurch verhindert zu werden, ihre Pflichten als Gattinnen undMütter zu erfüllen, und ihr Hauswesen eben so gut zu bestellen, als imNorden. — Der Mangel an Einbildungskraft, den man den Amerika-nerinnen zum Vorwurf macht, »nd daß sie, obgleich hübsch, in ihreräußeren Ruhe mehr Statuen als beweglichen Geschöpfen glichen, ist nurin so fern wahr, als man allerdings bei der Mehrzahl derselben jenernbig- Herrschaft über Affekte und Leidenschaften findet, welche ihnenvon weiblicher Würde und Grazie unzertrennlich scheint. An Gefümfehlt es ihnen indeß nicht, und haben sie auch weniger Gluth, als dirItalienerinnen und Spanierinnen, so sind sie doch, wie die große Zah»Eüropäer beweist, welche jährlich in den Vereinigten Staaten sich ver«heiraihet, fähig, Liebe und dauernde Freündschaft zu erwecken. — S»t^lichkeit und Tugend bilden übrigens den Hauptcharakter amerikanisch^Frauen: der geringste Verdacht gegen die Tugend einer Dame ist chAmerika hinreichend, sie von der Gesellschaft auszuschließen; aber tz'Amerika ist die öffentliche Meinung auch eben so streng gegen d>r