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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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werden sie auch, mit Ausnahme von Pennsylvania, im Norden und densklavenfreien Neu-England - Staaten nicht behandelt, obgleich dort eineMenge von Gesellschaften für die Emancipation der Sklaven der süd-lichen Staaten existiren, deren Zweck zwar höchst ehrenwerlh ist, vonihnen aber auf so unkluge Weise verfolgt wird , daß sie, um angeblichdas Seelenheil der Weißen zu retten, deren Leib und Vermögen gefähr-den . und gegen ihre Schützlinge nur noch strengere Maßregeln hervor-rufen. Nur eine dieser Gesellschaften, welche Regerkolonien anzulegensich als Hauptzweck setzte, verdient eine ehrenvolle Auszeichnung; siewurde in Virginia, einem Sklavenstaate, gestiftet, gründete in Afrikadie Kolonie Liberia, und schafft freie Farbige dahin, welche auszu-wandern geneigt sind. Die Kolonie selbst gedeiht herrlich, ihre Bevölke-rung mehrt sich mit jedem Jahre, die Mittet der Gesellschaft aber sindzu gering, um gegen die natürliche Vermehrung der freien Farbigen mden Vereinigten Staaten ankämpfen zu können. — So viel auch indeßin Eürvpa gegen die Beibehaltung der Sklaverei in Amerika geschriebenworden ist, bietet dieselbe, wie sie in den südlichen Gegenden der Verei-nigten Staaten besteht, nicht das Furchtbare, was man in der Regeldamit verbindet, und nur das Wort ist es, mit eüropäischen, oft miß-verstandenen Begriffen verbunden, was den größten Theil der Emancipa-tivnsprediqer veranlaßt, sich gegen Sklaverei aufzulehnen. Vergleichtman die Lage der niederen Klaffen in Eürvpa mit der der südlichenSklaven, so wird man finden, daß die Lage der Letzteren nicht dre un-glücklichste ist; mag man nun Feld- oder Hausneger betrachten. — Euregut geordnete Pflanzung gewährt einen höchst interessanten, ja freudigenAnblick; die Sklaven bewegen stch in dem ihnen vorgeschriebenen Anr-kungskreis, und obgleich kein allgemeines Gesetz besteht, durch welchesder Sklave vor schlechter Behandlung von Seiten seines Herrn gesichertwäre, so hat er doch in der öffentlichen Meinung einen weit stärkerenSchutz, denn ein Mann, der sich in der Bestrafung seines Sklavens vonLeidenschaft so weit hinreißen lassen würde, wie es so viele Emanzipa-tivnöprediger melden, würde für immer den Charakter eines Gentle-man verlieren, abgesehen davon, daß grausame Züchtigungen schon gegendas Interesse des Sklavenhalters sind. Jeder Feldneger hat seine eigeneHütte, und die Wohnungen sind meistentheils in symetrischer Ordnunggebaut; er hält Hühner und Schweine, bauet sein Gemüse und verkauftes auf dem Markte. Bei Sonnenaufgang wird das Zeichen zur Arbeitgegeben; ein Jeder bekommt nach dem Maaße seiner Kräfte und Fähig-keiten ein Tagewerk, das er meist um 3 oder 4 Uhr Nachmittags voll-endet hat; Mittags wird gegessen und ausgeruht. Ist er mit seinemTagewerk fertig, so braucht er keine Dienste mehr zu thun; er bebautnun seinen Garten, oder verdingt sich bei seinem Herrn zu außerordent-lichen Arbeiten, geht zu seiner Frau oder besucht sein Liebchen in derNachbarschaft. Der ganze Sonntag ist sein; er zieht seine guten Kleideran; geht zum Herrn, um seinen wöchentlichen Extralvhn zu holen, undmendet den übrigen Theil des Tages an, wie er will; verkauft seineErzeugnisse auf dem Markte, oder vereinigt sich mit seinen Genossen zumTanze. Der Aufseher hat die Obliegenheit, früh Morgens das Tagewerkzu bezeichnen, und darauf zu achten, daß Abends Alles geschehen ist.Auf gut geordneten Pflanzungen vergehen oft Monate, ohne daß esnöthig wäre, einen Tadel auszusprechen; mitunter gibt es aber dochZänkereien unter den Sklaven selbst, die größtentheilS durch Eifersucht