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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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91
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anfällt, oder ihm gewaltthätig Widerstand leistet, wird mit dem Todebestraft, und vor Gericht wird das Zeugniß eines Schwarzer, gegen einenWeißen nicht angenommen. Fast überall endlich kaun die von einemNeger verwirkte Todesstrafe in Verkauf verwandelt werden, doch nurmit der Bedingung, daß derselbe außerhalb des Staates geschehen muß.

— Die Emancipation der Farbigen wurde übrigens weder den früherenSklaven Segen, wohl aber den Weißen Verderben bringen, wenn mannicht den Sklaven mit der Freiheit zugleich Subsistenzmittel überweisenkönnte, was rein unmöglich ist. Unfähig, mit den Weißen in andernals den niedersten Arbeiten iu Konkurrenz treten zu können, haben sieaus diesen, besonders aber aus dem Dieuerstande ein Monopol gemacht,dadurch aber auch den Stand selbst in den Augen der Amerikaner nochmehr herabgesetzt. Sie erheben sich nicht über die Knechtschaft, welch«,da sie im Norden freiwillig ist, nur noch größere Verachtung erzeugt,und, was auch die hohe Bildungsstufe Einzelner betrifft, die Farbigenselbst sind ihre eigenen Feinde, und ein Farbeustolz» durch die hellerenoder dunkleren Nilaiiye,, ihrer Haut hervorgebracht, herrscht unter ihnen,der den Adelstolz in Deutschland, wie er sich früher zeigte, bei weitemübertrifft. — Der Kampf für und gegen die Sklaverei wirb in Amerikaeinzig und allein von den Weißen geführt, die freien Farbigen, waöauch ihre Vermögenenmstände sei» mögen, mischen sich nickt hinein, unddie Sklaven selbst können gar nicht begreifen, daß ihr endliches Schicksalvon einem Prinzip abhängt. Ohne Gefahr für die Union sowohl, alsfür die «rationelle Existenz der Sklaven, ist die Emancipation der Letz-ter« vor der Hand unmöglich, eben so wenig wie die Aufhebung desProletariats in Europa, durch welche ganz Europa erschüttert werdenwürde. Die Sklaverei wird aber in den Vereinigten Sraaten gänzlichabgeschafft werden, sobald die Bearbeitung des Landes durch freie Leutemehr Vortheil gewährt, als wenn sie durch Sklaven geschieht. — Nichtdas Christenthum hat die Leibeigenschaft und Sklaverei in Europa ab-geschafft, „och hat in Asien der Islamismus dieselbe verewigt, sondernnur der Berechnung des Privntinteresses hat man diese widersprechenden^-hatsachen zuzuschreiben, und diese wird auch in Amerika durchdriugen:Vormals wurden iu allen Theilen der Vereinigten Staaten Sklavengehalten; als aber die Bevölkerung durch Einwanderung sich mehrte,und die Bearbeitung durch freie Leüt« mehr Vortheil gewährte, wardNe von der gesetzgebenden Versammlung abgeschafft. Vom Norden bisPennsylvania herab ist die Sklaverei gänzlich verschwunden. Dasselbe^eht jetzt in Maryland und Virginia vor sich; die Bevölkerung hat sichvermehrt, der Abeitslohn und der Preis der Neger sind gesunken. Die^tgeuthümer entledigen sich derselben so bald sie können, und verkaufenneuen Gegenden, wo die Handarbeit theuer bezahlt wird, und»ch Ablauf einiger Jahre wird man in diesen beiden Staaten nur noch,-^"üe Sklaven finden, und die Sklaverei von der Legislatur wohl förm-beii ""'gehoben werden. Dasselbe wird mit der Zeit mit den jetzt schonunk c und allen zukünftig sich noch bildenden Staaten sich ereignen,>v ivnach die ganze Union endlich von dieser innern Pest, der Sklaverei,— Man lasse nur die Natur und das Privatinteresselös-», werden die Fesseln der Sklaven in Amerika eben so schnell

L-ii,»'; beiden, und nicht der Philantropie, wir die Aufhebung der

"tve,ge„schaft in Europa zu danken haben.