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Amerikanisches Staatensystem.
der Nation einen wissenschaftlichen Charakter aufzudrücken. Die nütz-lichsten Zweige der Wissenschaften sind in der Union weiter verbreitet undangewandt, als in den knltivirtesten Staaten Eürvpa'S, und selbst ihreabstraktesten und schwierigsten Theile werden von kompetenten Männerngelehrt und getrieben. Gelehrte Gesellschaften sind in alten Staaten; dieälteste derselben ist die „^morioan pltilosoplueul 8ooiot)'" in Philadel-phia, welche I76S gegründet wurde, und in welcher Franklin und Rik-tenhonse nach einander das Präsidium führten; sie publizirte bis jetzt12 Qnartbände ihrer Abhandlungen, und erwarb sich durch ihr Strebenbereits großes Verdienst. Die 1781 konstituiere „/Vorrlioinz- okanst 8016N66«" zu Boston hat bis jetzt 6 Qnartbände von Abhandlun-gen herausgegeben, von denen die mineralogischen des Pros. Cheveland,die über literärische Gegenstände von Pickering und die mathematischenund astronomischen von N. Bowditch's die Aufmerksamkeit eüropäischerGelehrten verdienen. — Die thätigste aller gelehrten amerikanischen Ge-sellschaften ist unstreitig aber die 179! zu Boston gegründete „»lnsskrelin-86>t8 Iiistorioal 8ooiet^," welche bis jetzt 28 Octavbände von Abhand-lungen herausgegeben hat, die einen werthvvllen Apparat zur Geschichteder Vereinigten Staaten und namentlich der früheren Geschichte Neü-Englands bieten. Die seit 1799 bestehende „^oucleinz- of .-^rts nnsiKoiknoos" in Rewhaven hat bis jetzt zwei Bände; die „Umtoi-iorst 80-eiety ol IVecv-Vorlc," gegründet >899, 6 Octavbände; die „I^it6isi5sncl psiilvsopst onl 8ucl6t^ ot Near-Vorlc," gegründet 1815, 4 Bändein Quart; die „^cmilvmz? ot'rmtnrul 8oi«noo8," Philadelphia 1818, achtOctavbände, welche zur Kunde der Naturgeschichte der Vereinigten Staa-ten unentbehrlich sind; das „I^ooum ol untuial liistor^," gegründetzu New-Iork 1818, bis jetzt 3 Bände ihrer Abhandlungen herausgege-ben; uns andere gelehrte Gesellschaften, wie die „?i6av-tismp8kii6 Ki8-lorioal 8ooiotv" und das „l^olumbian In8titnte" zu Washington undmehrere der Neüeren publiziren ihre Abhandlungen in verschiedenen pe-riodischen Journalen.
Die Presse ist der große Hebel der VolkSanfklärung in Amerika, undnur ihr und der durch sie hervorgerufenen periodischen und Tageslitera-tur haben die Vereinigten Staaten ihren Aufschwung zu verdanken. —Die Literatur ist, obgleich die Amerikaner die Repräsentanten eines po-litischen Systems geworden sind, alle Sprachen dort gesprochen werden,und die Geschichte jeder Nation in die von Amerika sich ergießt, bis jetztrein Englisch. Der Vorwarf, daß Amerika nie das Land der Musenund schönen Künste werden könne, weil der Handel und das Strebennach G.'ldverdienst den Einwohnern die Muse zu poetischen Inspirationenraube, und nichts prosaischer als Dampfboote, Eisenbahnen und dasErbauen von neüen Städten sei, gründet sich weder auf philosophischeBeobachtungen, noch zeugt er von der geringsten Kenntniß des mensch-lichen Herzens, denn: alle Gefühle und Leidenschaften, welche je Men-schen zur Tugend anspornten oder sie in Laster und Verderben stürzten ialle Taüschungen des menschlichen Lebens, welche das Herz schwer ma-chen, fehlgeschlagene Hoffnungen, erniedrigter Ehrgeiz, die Schmerzenunerwiederter Liebe, und die Verachtung, welche bescheidenes Verdienstvon Unwürdigen erduldet, epistiren in Amerika wie in Europa, und nurvon der »Tragödie" ist die Nation ausgeschlossen, denn in allen ihre»Kämpfen ist die Republik Sieger geblieben, und das Weh der Einzelnenist begraben in dem Wohlstände der Nation. Dramatischer Stoff findet