Buch 
6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
359
JPEG-Download
 

Amerika.

359

aber reiche, fruchtbare und für den Anbau der Baumwolle, des Zucker-rohrs und stellenweise auch des Reises vorzüglich geeignete Ebene, diesich im östlichen Theile des Staats, am Sabine, gegen 3V Meilen weitin's Land erstreckt, nach Westen zu sich immer mehr erweitert, bis zumColorado über IOV Meilen in's Land dringt, und von hier an bis zumNueces steh allmälig wieder verengert. Hinter dieser, zum großen TheilMit Rohrbrüchen und kleinen Waldungen bedeckten und mit versunkenenPrairieö von traurigem, sterilen Ansehen wechselnden Ebene wird dasLand sanft rollenv, erhebt sich zu ausgedehnten, sanft schwellenden Prai-ries, die eine Menge Bauminseln und längs den Flüssen dichte Hainebieten, und geht endlich in hügeliges Land über, das von den schönstennatürlichen Wiesen und grünenden Waldstellen bedeckt, von schnellen kla-ren Flüssen mit hohen llferwänden durchschnitten, nichts zu wünschenübrig läßt, bei weitem den größten Theil des Staats umfaßt und sichin Form eines Triangels vom Sabinefluß unter Lat. 32" N. bis an denColorado zieht. Zwischen dem Trinidad und dem Sabine ist die Ober-fläche dicht bewaldet, mit nur wenigen kleinen Prairies; unterhalb desZusammenflusses des Ayisch-Bayon mit dem Neches ist der Wald dichtMit buschigem Unterholze verwachsen, und hier und da offnen sich kleinefltohrbrüche. Das Land vom Red-Niver abwärts ist offener, weniger ab-fallend und bietet zahlreiche Waldstrecken, welche, näher nach dem Tri-nidad zu, immer freier von Unterholz werden, so daß man auf ebenemBoden oft meilenweit durch die Waldungen sehen kann, so entfernt undregelmäßig stehen die Bäume, unter denen ein dichter Graswuchs üppiggedeiht. Der Nest des Landes dieser Region ist rollende Prairie, dasüppigste und schönste Land, was man sich nur denken kann. Kleine Er-höhungen von wenigen Fußen bis zu ausgedehnten Berge» vierter Klassefolgen hier wechselnd aufeinander. Den gebirgigen Theil von Texashfldet ein Ausläufer der Cerra Madre, welcher den Hauptgebirgszug inder Nähe der Vereinigung des Nio Puerco mit dem Bravo verläßt, nachAO. streichend bei den Qnellwässern des Nueces Texas betritt, dieselbeDichtung nach den Quellen des Saba verfolgend, unterhalb dessen Mün-dung den Colorado kreüzt und sich endlich im rollenden Lande des oberenBrazos verliert. Andere kleinere Ausläufer desselben Gebirges ziehensich in südlicher Richtung längs dem Medina und Guadelupe hinab, bisln die Nachbarschaft von Bexar, und einige andere noch unbedeutenderelängs den Flüssen Llanos und PindernaleS. Oberhalb des Sän SabaErstrecken sich ähnliche Bergzüge in bedeutender Entfernung den Colorado^sifwärts und um die Qnellenwässer des Sän Andres und Bosque, Zu-flüsse» des Brazos, herum; doch gehören alle diese Gebirgsketten hin-sichtlich ih,-er Höhe nur der dritten und vierten Klasse an; die von Sän<mba jst die höchste, und in vielen Plätzen sind sie sämmtlich mit dich-?En Waldungen bedeckt. Die Gebirge sind meistens von neuerer Kalk-sie,nfonnatiön, und daher nicht steil, sondern mehr hügelförmig, leichtWongljch und zum Theil mit platten Hochebenen gekrönt. — Vom nörd-chsten Theile von Texas, der sich bis Lat. 42" N. erstreckt, ist so viel^ "ichts bekannt, wenn man die fabelhaften Gerüchte über einen anßer-si^entlichen Mineralreichthum nicht als wahr annehmen will, nach wel-uicht selten Gold in Stücken vorkommen soll. — Der Mineral-chthnn, des Landes ist bis jetzt noch^wenig bekannt, unstreitig liegenden bereits entdeckten Fragmenten, noch ungeheüre Schätze«er der Oberfläche der Erde verborgen. — Silber ist bereits in ver-