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Amerikanisches Staatensystem.
und den Carolina's; dir europäischen Ansiedler, Engländer, Jrlander,Deutsche und Franzosen fanden bisher ihren Weg durch die Union, dabis jetzt, einige Versuche von Liverpool, Marseille und Bremen ausge-nommen, noch keine direkte Schifffahrt zwischen texanischen Häfen undEuropa stattfand.
Der moralische Zustand dieser vermischten Volksklasse ist bis jetzt inden öffentlichen Blättern immer als der dei' niedrigsten Stufe ausge-schrieen worden; gewiß aber mit Unrecht. In den Vereinigten Staatenwird zwar oft mit Hohn und Verachtung auf die neue Bevölkerung vonTexas hingewiesen, die Spötter vergesse» aber, daß diese Bevölkerungfast ausschließlich nvrdamerikanischen Ursprungs ist, und daß der mo-ralische Zustand der spekulirenden Klasse in den Vereinigten Staaten,besonders was das Mein und Dein betrifft, in den letzten Jahren sotief gesunken ist, als er nur irgendwo, Texas ausgenommen, sinkenkann. — Neue Länder sind noch nie von einer andern Bevölkerung ero-bert oder angebaut worden, als gerade nur einer solchen, die dazu taug-lich und tüchtig ist. Wer die Geschichte Amerika's genau kennt, weiß,daß bei allen unschuldig Verfolgten, die dort eine Freistatt fanden, derAuswurf Eüropa's von jeher ebenfalls ein Asyl dort suchte, und dort,auf sich und seine eigenen Kräfte angewiesen, entfernt vom Schauplatzeseiner Verworfenheit, eine moralische Stellung erreichte, die zu erringenihm in Europa nie möglich gewesen wäre. Die frommen Puritaner dernördlichen Staaten waren, trotz ihres Heiligenscheines, keine Heiligen;— Selbstsucht war die Triebfeder aller Ansiedelungen, mochte die Firma,unter der sie gepflegt wurde, auch noch so ehrenhaft sein, und in dieserHinsicht steht die Bevölkerung der Vereinigte» Staaten sowohl, als Te-xas, auf gleicher Stufe, ja die erste eingewanderte Bevölkerung vonTexas enthielt sogar bessere Elemente und trug jedenfalls nicht denheuchlerischen, scheinheiligen Charakter an sich, der die Neü-England-Staaten bei ihrem Entstehen auszeichnete. — Nach Scherpf ist Texasnicht weniger heimgesucht von jener Pest der Gesellschaft, die die ganzenVereinigten Staaten periodisch überzieht und die Wettrennen in allenStädten deö Lands zu ihrem Sammelplatz, und Hazardspiele, Trunken-heit, Betrug, Duelle oder selbst Meuchelmord (wie eine Zeitlang in Mis-sissippi und Alabama) zu ihrem täglichen Zeitvertreib macht. — M>tGesetzen ist gegen dieses Gift der Gesellschaft, wie wir auch in Deutsch-land sehen, nichts auszurichten, der gesunde Geist des amerikanischenVolkes hilft sich durch eine barbarische, aber kräftige Justiz, durch An-wendung des Lynchgesetzes, und was man auch gegen dasselbe sagen mag,es rottete doch das Übel aus und vertrieb die Sünder nach neuen Staa-ten» wo die Strafe sie auch ereilen wird. — Viele solche Charaktere be-fanden sich allerdings unter den ersten Vorläufern der Kultur in Texasund halten sich noch heute da auf, allein deren Zahlenverhältniß wirddurch die gegenwärtige Einwanderung täglich vermindert, und die an-wachsende, neue, bessere Bevölkerung sucht ihren Unfug immer mehr ZUbeschränken. Daß unter den neuen Einwanderern viele Individuen si",d-die die Vereinigten Staaten unbezahlter Schulden halber verließen, >stnicht abzustreiten; allein diese Leute, meist Pflanzer und Landleüte, sinddeswegen nicht eines absolut schlechten Charakters. Es wäre allerdingszu wünschen, daß die Bevölkerung der Städte in Texas weniger deinLaster der Trunkenheit ergeben wäre, allein — dieser Wunsch ist ebensofür einen großen Theil der Vereinigten Staaten, ja selbst für England,