Amerika.
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Irland und theilweise auch für Deutschland gültig, und diese Erbsündedes germanisch-britischen Volksstammcs ist in keinem Zweige desselbenso leicht zu verwischen. — Branntwein ist das Universalmittel dieses Vol-kes; Branntwein muß Abends den Magen beruhigen und früh erregen,Muß den Appetit schaffen und die Verdauung befördern, und nur dieunbegreiflich allgemein verbreiteten, irrigen Meinungen über dessen Wir-kung in diätetischer Hinsicht sind die Quelle dieses Übels. — Im Übrigenfindet man in Texas so viel Sicherheit des Eigenthums in jeder Hin-sicht, als in den Vereinigten Staate», und wer selbst friedlichen Gemü-tkes ist und, der Trunkenbeit abgeneigt, die Branntweinschenken meidet,wird wenig Gelegenheit finden, in Streitigkeiten verwickelt zu werden,die in diesen Orten so haüfig vorfallen und oft blutige Folgen haben.
Das Verhältniß des weiblichen Geschlechts znm männlichen ist inTexas wie 2 zu 5, daher Heirathen von 13 und 14jährigen Mädchenleider nicht selten vorkommen, und die moralische Qualifikation manchesweiblichen Ankömmlings nicht so genau genommen wird. — Dienstbotenjeder Art sind in Texas sehr schwer zu erhalten, indem es für weißeIndividuen eine Art Schande ist, in diesem abhängigen Verhältniß zuleben, und wer wird sich daher diesem lange unterziehen, wenn der Lohn(Ist bis 3V Dollars monatlich) von einigen Monaten hinreicht, einenLandbesitz zu erwerben, der in wenigen Jahren vollkommene Unabhän-gigkeit und einstigen Wohlstand sichert? — Sklaven sind daher die ein-ige dienende Klasse, und da die meisten derselben, die jetzt in Texassind, nur zum Landbau erzogen wurden, in Kenntniß der Kochkunst, inReinlichkeit und Aufmerksamkeit gänzlich fremd sind, wird es nicht auf-fallen, daß das häusliche Leben der texanischen Bevölkerung bei allemÜberflüsse der besten Gaben der Natur nichts weniger als angenehm ist.
Wer nach Texas wandert, muß sich schon im Voraus gefaßt machen,win eigner Diener zu sein, denn wo jede Arbeit so theüer bezahlt wird,wie jetzt in Texas, wo die tägliche Zusirömung neuer Einwanderer eineKonsumtion auf gewissen Punkten schafft, die der Produktion der zu-nächst gelegenen Bevölkerung nicht angemessen ist, sind viele LebenS-genüsse theüer, die man mit wenig Mühe leicht sich selbst schaffe» kann.7^ Um des Leibes Nahrung und Nothdurft braucht in Texas Niemandu> Verlegenheit zu sein, und wenn er auch noch so arm wäre, denn JagdUnd Fischerei sind frei und Wild zu allen Jahreszeiten, selbst in derNähe der Städte, im Überfluß zu finden. Die Ansiedler auf dem Landesind in dieser Hinsicht noch besser daran, und von dem Wildpret, was^ort getödtet wird. ohne verwendet zu werden, könnten Tausende vonMenschen leben. Dessen ungeachtet findet man auch hier unter den neüen^»Wanderern eine Menge Unzufriedener, die nirgends befriedigt werdenvnnen, die ihre Unzufriedenheit überall mit sich selbst herumtragen undoaufig a„s eigner Trägheit oder Thorheit in ihrem frühern Wvhn-der Armuth verfielen und ein Land zu suchen auszogen, wo es mög-^'äre, ganz ohne Arbeit zu leben. Diese haben von dem Reichthumvia 'I"^n Landes gehört, sind hierber gewandert und finden nun in Te-Mi,o ^ Witter getaüscht: es gibt hier zwar Wild in Menge, allein esd- " "legt und dann auch zubereitet werden; der Boden bringt zwar^ Produkte fast aller Zonen hervor und das Klima ist durch's ganzeaugenehm, allein es existirt ebenfalls eine Saat- und eine Ernte-, as Land fließt zwar von Milch und Honig, doch müssen die Kühevlken und der Honig gesammelt werden. Auch in Texas muß der