372
Nmerikairisches Staatensystem.
birnenförmige, eßbare Frucht hervorbringt, ist. Frucht sowohl als Blatt,eine Lieblingsnahrung der Rinder. Der Seidenbau durfte in spätererZeit, wenn das Menschenkapital sich gemehrt, ebenfalls eine Haupt-beschäftigung künftiger Generationen werden; die Versuche, die früherunter der altspanischen Regierung in Bexar angestellt wurden, ließennichts nu wünschen übrig.
Der Landbau verspricht die Hauptquelle des künftigen Reichthumsdes Landes zu werden, doch weicht dessen Betrieb von dem eürvpäischenwesentlich ab; eine Abweichung, die ihren Grund theils in der verschie-denen Güte des Bodens bat, theils und vorzüglich im Klima begründetist. — Der Boden von Texas läßt sich füglich in drei Klanen einthei-len: die erste und vorzüglichste ist der gelichtete oder geklärteWaldbode»;die zweite fetter Prairiebodeu, von schwarzer Farbe; die dritte HellerSandboden. — Die erste besteht fast ganz aus Pflanzenmvder, den dasseit undenklichen Jahren abfallende Laub und die Äste bildeten; er istsehr fett, bei nasser Witterung schlüpfrig und hängt sich an wie Marsch-boden, glänzt wie dieser, bat eine schwarze Farbe und ist von ungemei-ner Fruchtbarkei, die sich in vielen Jahren nicht verringert. Die zweiteKlasse oder fetter Prairieboden hat fast die nämliche Eigenschaft undFarbe; findet sich in den niedern Prairies zunächst dem Walde, ist mitmehr Sand untermischt, übrigens fast von der nämlichen Güte, nurdaß er früher ansträgt, jedoch immerhin 15—20 Jahre zum MaisbaNgut ist. Die dritte Klasse ist sandiger, höher liegender Prairie-Bodenvon hellerer Farbe wie der vorige, loser und leichter zu bearbeiten, trägtsich aber auch früher, etwa »ach 8 — 1V Jahren, aus, ist jedoch immernoch weit fruchtbarer, wie der allerbeste deutsche Sandboden. Die Dün-gung wird bei allen diesen Klassen bis jetzt nicht angewandt, dagegenwird, wenn man bemerkt, daß die Prvduklivnskraft abnimmt, ein an-deres Stück Land ausgewählt, woran es bis jetzt bei den großen Be-sitzungen nicht fehlt. Da in Texas der fette Prairie-Boden vorherrschendist, so wird derselbe allgemein zum Ackerbau benutzt; der Walddodcn istzwar vorzüglicher, indeß ist die mit dem Lichten und Wegräumen desGeholzes verbundene Arbeit so mühsam, daß man keinen Vortheil da-bei findet, indem während der Lichtung eines Acres Wald zehn AcreSPrairiebodeu in Kultur gesetzt werden können. Das Verfahren beimLichten des Waldbodens ist wie in den westlichen Staaten der Union:Nachdem der Ansiedler einen passenden Platz zum Feld gewählt, dernicht so niedrig liegen darf, daß er den regelmäßigen Überschwemmun-gen mancher Gegenden, bei den anhaltenden Regengüssen im Frühjahrsausgesetzt ist, aber auch nicht zn hoch gelegen sein darf, da hoher Wald-boden ebenfalls in Sand ausgeht, so raümt er das dichte Untergebülwhinweg, wozu er sich der Axt und schwerer Hacken bedient, um mit letz-teren das Gestrüpp und die Rauken abzuschlagen; das abgeschlageneBuschwerk packt er in Haufen, um Play zum Fällen der Baüme sstgewinnen, und schlägt dann alle Baüme bis zu 2 Fuß Durchmesser »>>-der Axt 2 — 3 Fuß über der Erde ab; alle stärkeren Bäume werden ge-ringelt, wodurch der Baum abstirbt und dem Boden keine Kräfte wehtentzieht; die gekappten Zweige und Wipfel, sowie das Gestrüpp werdennun um die geringelten Baüme zum Verbrennen aufgethürmt. Wasvon den grvßern Ästen zu Brennholz für'S Haus benutzt werden so»,wird in Enden geschlagen, die Stämme aber zu Niegelholz gespalten,oder wenn es dazu nicht geeignet ist, verbrannt, indem man in Zwl- >