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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatensystem.

Für Viehzucht ist Texas köstlich gelegen und bietet in seinen Prai-rics die herrlichsten Weide». — Zahlreiche Heerden verwilderter PferdeHausen am Nio Grande, werden von den mexikanischen Einwohnern inMenge eingefangen und nach der Küste zu Markte gebracht; eine unge-brochene, wild eingefangene Stute wird in Koppeln mit 5 — I« Dollarsper Stück bezahlt; eine gebrochene mit 25 — 48 Dollars, und aus derUnion herübergebrachte Pferde mit 68 — 75 Dollars. Das texanischePferd ist klein, ähnelt dem Kosakenpferd, ist aber fähig, die größtenBeschwerden zu ertragen; wenn jung eingefangen, ist eS leicht zu zäh-men, bleibt aber immer etwas boshafter Natur. Bis jetzt ist wenigzur Veredelung desselben geschehen, doch wird eine geregelte Pferdezuchtbald nothwendig sein, da die Mustangs in der Nähe der Niederlassun-gen immer mehr verschwinden und sich in die unangebauten Gegendenzurückziehen. — Die Esel- und Manllhierzucht ist eine Hauptbeschäftigungder spanisch - texanischen Bevölkerung des westlichen Texas; gute Eselwerden mit 15 Dollars und Eselinnen mit 2 — 5 Dollars per Stück be-zahlt. — Die Rindviehzucht ist bereits bedeutend; einzelne Viehzüchterbesitzen Heerden von 588—1,888 Stück, manche mehrere Tausend, und inder Nähe von Anahuac ein gewisser Taylor White über 5.888 Stück,von denen er jährlich gegen 1,888 Stück nach New-Orleans treibt unddort mit 12—14 Dollars per Stück verkauft. Wie die Rinderzucht be-darf auch die der Schweine, besonders in den waldigen Gegenden, ebenso wenig der geringsten Mühe und Sorgfalt von Seiten der Menschen,denn dieses Thier findet seine Nahrung überall selbst, vermehrt sich außer-ordentlich und kommt jetzt schon in großen Heerden vor. Von Zeit zuZeit treiben die Viehzüchter ihre Heerden zusammen, um die Jungen zuzeichnen. — Eine Heerde Rinder oder Schweine zu ziehen, sagen die Te-xaner, kostet weniger als eine Brüt Hühner, die gefüttert werden müs-sen, während jene ihr Futter selbst finden. — Die Schafzucht ist bis jetztnur ausnahmsweise versucht worden; das Land ist vortrefflich dazu ge-eignet, und die angrenzende mexikanische Provinz Cohahnila exportirtgroße Quantitäten ordinärer Wolle. Mangel an Kultur dieses Thieresallein ist wohl die Ursache, warum die mexikanische Wolle nicht denCharakter der spanischen und anderer feinen Sorten besitzt. — Die Bie-nenzucht wird in wenig Jahren eine Menge Wachs und Honig zur Aus-fuhr liefern, denn die Biene hat sich überall eingebürgert, und die blü-henden Prairies liefern ihr die reichste Nahrung.

Der Kunst- und Gewerbefleiß hat in Texas noch wenig Fortschrittegemacht, und besteht bis jetzt noch ein fühlbarer Mangel an Gewcrbs-leüten aller Art, die einer neü sich bildenden Bevölkerung immer beige-mischt sein müssen. Für alle Gewerbe findet sich hier ein weites Feld,daß aber solche, die mehr die ersten Bedürfnisse der Menschen befrie-digen, hier am nothwendigste» sind, ist unbestreitbar. Zimmerleüte undGrobschmiede finden daher hier schneller reichen Verdienst, als Hutma-cher und Schneider, denn die Produkte der letztern sind Handelsartikel,die aus den Vereinigten Staaten und Eüropa wohlfeiler eingeführt wer-den können, als man sie in Texas jetzt fertigen könnte, wo die Mate-rialien dazu vorderhand nur schwer und mit großen Kosten anzuschaffenwaren. Der Bäcker wird sich hier in seinem Wirkungskreise finden,mehr als der Müller; denn Mehl ist ein Handelsartikel, nicht aberBrod, und vorderhand finden sich »och wenig Mühlen in Texas; derAnsiedler müßte denn in einer gelegenen Gegend eine Mühle erbau«"