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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatenspstem.

Überschuß ist daher nicht eine Verminderung, sondern ei» kleiner Theilder Zunahme des Landeskapitals. — Die Einfuhren des Jahres 1841betrugen 2,511,212, die des Jahres 1812: 2,683.743 D., »nd die re-gistrirten Ausfuhren des letztern Jahres 922,518 DvllarS. — Die Ein-fuhren bestehen in allen möglichen Lebensbedürfnissen, und wurden bisfetzt fast ausschließlich von den Vereinigten Staaten aus befriedigt; di-rekte Zufuhren von Europa anS sind erst einige versuchsweise unternom-men worden. — Welche Produkte übrigens den meisten Gewinn in TexaSabwerfen würden, läßt sich nicht bestimmen, da dort ebensowenig alsirgendwo Verkaüfe erzwungen werden können, und man auch dort, umsolche vortheilhaft zu machen, den günstigen Augenblick abwarten muß,weil besonders in Galveöton zu gewissen Zeiten Überfluß und Mangelin diesem oder jenem Artikel schnell auf einander folgen. Wenn imWinter der Eiuwandernngsstrvm in seiner Fluch ist, tritt oft eine Über-füllung des MarkteS ein, indem viele Einwanderer ihre kleinen Kapitaleoft in Waaren aller Art mitbringen, und bei ihrer Ankunft sich gezwun-gen sehen, solche zu jedem Preise loszuschlagen. — Der zukünftige Han-del von Texas, der sich im Maaßstabe der Bevölkernngszunabme ent-wickeln wird, muß einstens von großer Bedeütnng werden. Abgesehenvon der Fähigkeit des Landes, die beste Baumwolle im Überfluß zu er-zeugen, das Produkt, auf welches sich der große Handel der VereinigtenStaaten gründet, hat Texas West-Indien vor der Thüre, und wird inkurzer Zeit dort als Konkurrent der Vereinigten Staaten in dem Han-del mit Bauholz, Salzfleisch, Mais, frischem Schlachtvieh u. s. w. auf-treten können. Im Rücken hat Texas das nördliche Mexiko, die Hoch-ebene von Bogota, dieses herrlich reiche, von der mexikanischen Regierungvernachlässigte Land, welches seine Bedürfnisse an eüropäischen Manu-faktcn bis jetzt zu Lande aus den Vereinigten Staaten beziehen mußte,und wo von St. Louis in Missouri aus jährlich Karavanen diesen Handelnach Santa Fe di Bogota führten. Die europäischen Waaren habendaher bis jetzt von den Eingangshäfen New-Dork oder Philadelphia ei-nen Weg von 3,voa, von St. Louis aus l,7»v Meilen nach Santa Fözu machen, während die Entfernung von Austin nach Santa F« nur 450,und von Galveöton höchstens 7«« Meilen beträgt. Daß die vor zweiJahren von Texas ausgerüstete Expedition scheiterte, lag eines Theilsmehr in der Unkenntniß der Leiter derselben, hinsichtlich der Lokalität,theils darin, daß selbige einen halb politischen Charakter hatte, und vonMexiko aus mehr als eine politische Invasion betrachtet wurde, als i"der Unausführbarkeit des Unternehmens selbst.

L. Klicke auk die politische Geschichte des Landes und Volks.

Die Entstehungsgeschichte von Texas gewährt ein Schauspiel, welcheseinzig in der Geschichte dasteht, und ohne Zweifel ist die Entstehung derRepublik, deren Namen vor 2v Jahren in Eüropa kaum gekannt war,die wichtigste Erscheinung der neüereu Zeit. Früher die nordöstlichst*Grenzprvvinz Mexiko's bildend, trat der Staat im Jahre 1832, in wel-chem die Kolonisten zum ersten Male die Waffen zur Erringung ihs^Selbstständigkeit ergriffen, in die politische Welt ein, und 1836 bereitsin die Reihe selbstständiger Staaten. Innerhalb IS Jahren entstand,auf einem der schönsten Punkte der neüen Welt, ein Land, größer alsdie sämmtlichen deutschen Bundessiaaten. Einige tausend Individuen»