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Amerikanisches Staatensystem.
Grausamkeiten folgten dem Siege, Quauhtemvtzin und die Kaziken vonTezcuco und Tlacopan wurden gehangen; nach und nach fielen die übri-gen Provinzen Neüspauiens in die Gewalt der Sieger und Cvrtez flochteines der schönsten Reiche der Erde i» das Diadem des katholischen Kö-nigs. — Cvrtez wurde zum Statthalter und Generalkapitän von Neu«spanien ernannt, im ganzen Lande fing alles an, sich nach spanischenGesetzen zu regeln, nach spanischen Gebrauchen einzurichten. Die ReicheAcolhnacan und Tlacapan waren mit dem Aztekenreicbe gefallen; Me-choacan, Chololla und Hnexohinco wurden unterworfen, Tlascala auseiner Vnndesgenosfin eine Vasallin, doch ihrer Treue wegen mit bedeu-tenden Vorrechten; am Anstraloceaue wurde ein Hafen geschaffen, dieKüsten und die Landenge von Panama untersucht; 1530 Becerro undGrijalva nach California abgesendet, diese große Halbinsel in Besitz z»nehmen; die wilden, feindseligen Stämme in das Innere des Landesund nach dem Norden getrieben, und, wo die Waffen nicht hinr ichten,Missionäre hingeschickt, das Kreuz zu predigen und die neuen Christenan die spanische Herrschaft zu gewöhnen. Zu diesem Zweck ging derMönch Marco de Niza 1533 nach Qnivita und Cinaloa ab, nachdemschon 1525 Pedro de Alvoradv nach Osten abgesendet war, um die Län-der, die das heutige Guatemala oder Central-Amerika ausmachen, inspanische Provinzen zu verwandeln, doch wurden die letzter» in der Folgenicht mit Neüspanieu vereinigt, sondern zu einer besondern Generalcapi-tania erhoben. — Neüspanieu wurde von Cvrtez und seinen Nachfolgernin zehn große Provinzen, in Mexico, Nnevo-Galicia, Nuevo-Levn, Nnevo-Santander, Texas, Cohahnila, Nnevo-Bizcaya, Sonora, Nuevo-Mexikound California geschieden; überall zerfielen die Tempel der Sonne i»Asche, an ihrer Stelle wurde das Kreüz aufgepflanzt, und die unterwor-fenen Indianer mußten die neüe Lehre annehmen, die in Amerika baldmit größerem Pompe auftrat, als je in der eüropäischen Christenheit.Geduldig nahmen die armen Indianer das Joch der Eroberer auf sich:»Als die Spanier Mexiko eroberten," sagr Humboldt, »fanden sie dasVolk bereits in dem Zustande von Verworfenheit und Armuth, welcherüberall den Despotismus und das Feüdalwesen begleitet. Der Kaiser,die Prinzen, der Adel und der Klerus besaßen allein die fruchtbarstenLändereien, und die Statthalter der Provinzen erlaubten sich ungestraftdie härtesten Erpressungen. Der Landbaner war auf das tiefste ernie-drigt; die großen Straßen wimmelten von Bettlern, der Mangel angroßen vierfüßigen Thieren zwang viele Tausende, den Dienst der Saum-thiere zu versehen, um Mais, Baumwolle, Haüte und andere Waaren,welche die entferntesten Provinzen als Tribut nach der Hauptstadt schick-ten, zu transportireu." — Die Lage der Indianer wurde durch die spa-nische Herrschaft nicht gebessert. Cvrtez, welcher mit Titeln und Würdenbekleidet wurde, und das reiche Thal von Oaxaca zum erblichen Lehn er-hielt, das seine Nachkommen noch bis auf die nettesten Zeiten besessenhaben, hatte Verpflichtungen gegen seine Waffcngefährten, die Conqni-stadores, die ihn mit einem beispiellosen Muthe auf seinem Heerznge be-gleitet hatten; sie erhielten nicht nur alles indianische Eigenthum, das/ ein Gesetz ihnen zusprach, sondern man schleppte die Indianer auch trupp-weise aus dem Schooße ihrer Familien in die Gebirge, um die neüenMinen zu bearbeiten. Die Klöster, die sich allenthalben erhoben, wolltenernährt sein, und ihnen verwilligte man den Zehnten von Allem, wasdie Indianer auf den ihnen gelassenen Ländereien producirten. Die spa-