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Amerikanisches StaatenWem.
oder die gebornen Spanier, den andern Einwohnern nndKasten des Landesgegenüber standen. — Von jeher war es angenommene Politik der spa-nische» Krone, alle angesehene Posten in der Verwaltung, im Rechts-,Polizei-, Finanz- nnd Mililarfache nur an geborne Spanier, an Cha-petoneS, zu vergeben. Dadurch war diese Kaste die wichtigste und ange-sehendste im Vicekonigreich, sie dünkte sich edler und besser als jede an-dere nnd sah mit Stolz und Verachtung auf Alle herab. Kein Kreole,kein Farbiger konnte im Staatsdienste sich empor schwingen, und dochwar jene Kaste der Zahl nach die nnbedeütendste und kleinste des ganzengroßen NeichS. — Von selbst entstand dadurch eine allgemeine Erbitte-rung gegen die Chapetones, und wurde ein Hanptanlaß zur Unzufrieden-heit mit einer Regierung, die im I8ten Jahrhundert alles gethan hatte,die Sünden der vergangenen Jahrhunderte auszugleichen, nnd nur durchihr aufgestelltes Beamtensystem und ein drückendes Handelsmonopol dasLand in einer Abgesperrtheit erhielt, die nicht dazu beitrug, die Herrschaftdes Mutterlandes beliebt zu machen. Der revolutionäre Geist, der sichseit der Besitznahme des Mutterlandes durch die Franzosen über alle spa-nischen Kolonien in Amerika verbreitet hatte, entstammte auch Neüspa-nien: Hidalgo, Pfarrherr von Dolores, einer der gewaltigsten Charak-tere neüerer Zeit, begann mit zwei gleichgesinnten Freünden und einemhalben Dutzend indianischer Knechte am 16. Sept. I8IN das Jnsurrek-tionewerk, nnd befand sich vier Wochen später an der Spitze von hun-derttausend ihm blind folgenden Fanatikern; aber noch hatten die Cha-petones ein zu großes Übergewicht; Hidalgo nnd die Seinen verblutenals Märtyrer; Moreloö, ein anderer Priester., trat die insnrrektivnelleErbschaft Hidalgo'ö an; im März 1812 gewann die Sache durch denZusammentritt der Junta von Zikacnaro zuerst einen politischen Charak-ter; von dort vertrieben, flüchtete sich die Junta nach Chilpanzingo, wosie, durch Depntirte ncüinsnrgirter Provinzen verstärkt, sich zum Natio-nal-Kongreß konstituirt, den 13. Nov. 1813 die Unabhängigkeit Mexiko'Svon der spanischen Krone ansspricht, und den 22. Oct. 1814 die erste,aber nie zur Ausführung gekommene Konstitution des unabhängigen Me-xiko proklamirt. — Doch auch Mvrelos fällt, und obgleich Bravo, Vic-toria, Gnerrera und der grausame Priester Torreö die Insurrektion aufeigene Hand fortsetzten, war doch bis 1821 die Revolution so gut wieunterdrückt; in diesem Jahre aber brach die Flamme von neüem aus;die Unabhängigkeit Mexiko'S wurde von neüem erklärt, eine Regent-schaft von 5 Mitgliedern und eine provisorische Junta niedergesetzt, undobgleich die Majorität derselben republikanisch gesinnt ist, proklamirtam 18. Mai 1822 die Armee ihren Generalissimus Jtnrbide als DonAugnstin I., Kaiser von Mexiko. — Jtnrbide'ö Regierung ist jedoch nichtvon langer Dauer; am 19. März 1823 reicht er seine Abdicativn ein undverläßt das Reich. Die Republik besteht jetzt faktisch: eine konstitnirendsNational-Repräsentativn wird gewählt und am 4. Oct. 1824 jene Konsti-tution proklamirt, welche noch heüte in Kraft besteht, obwohl einzelneMachthaber schon oft an derselben gerüttelt nnd eine allgemeine Central-reqiernng einzuführen versucht, wie Santa Anna »och jetzt. Mexiko er-klärte sich zur unabhängigen Föderativ-Nepublik, zusammengesetzt aus 1bsonverainen Staaten, einem Föderalgebiet nnd 3 Territorien. Die IbStaaten sind jeder bei sich nnd für seine inneren Angelegenheiten unab-hängig; ihre gemeinschaftlichen Interessen, wie ihre Stellung gegen dasAusland, umschlingt ein gemeinsames Band centraler Gesetzgebung und