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Amerikanisches Staatensystem.
de Goto nach Cuzko und Chimo vordringt, 1534 Sebastian DenalcazarQuito erobert, 1535 Pizarro an die Küsten von Linia geht, Diego deAlmagro Atacama und Chili entdeckt und Pedro te Mendoza am laPlata forscht. Von 1536 bis 155» durchdringt der Golddurst der Spa-nier die große Halbinsel: Juan de Ayvba durchforscht das Innere Süd-Amerika'S, Gonzalv Pizarro dringt in's Innere nach Maynas, zum Fluhj)tapo und Coca, Fr. de Orellana befährt den Maranjon, und Philippvon Hütten, ein Deutscher, sucht für die Weiser Eldorado und dringtmit gleicher Blut- und Raubgier wie die Conquistadoren in Venezuelaein. — Wie in Mexiko, so trat auch auf dem Hochplateau des Festlan-des von Süd-Amerika den Spaniern eine sehr gebildete Bevölkerung ent-gegen, die allein in Peru auf sechs Millionen Einwohner sich belief undmehr noch als in Mexiko unterstützte dort die eingeführte Regierungs-form das Vordringen und den Sieg der Spanier. Die Selbstherrscheroder Jncaö von Peru waren die ausschließlichen Eigenthümer des Lan-des, welches sie den Einzelnen jedesmal auf ein Jahr überließen; dieEinwohner waren Leibeigene der Großen und wurden mit dem Landeverkauft; sie bearbeiteten das Land mit dem Späten, da sie keine Zug-thiere hatten, erfreüien sich einer ausgezeichneten Kultur, empfanden aber,gedrückt von den Feüdalfvrmen ihrer Herrscher, wenig Interesse den spa-nischen Eindringlingen kräftigen Widerstand zu leisten und den nur ver-liehenen Besitz deS Landes mit ihrem Blute zu vertheidigen. — Sie be-saßen Tempel und Paläste, Wasserleitungen, schöne Brücken und Stra-ßen, herrliche Möbeln und Zierrathen. In den Städten, die sich durchPracht und Größe auszeichneten, lebten Handwerker und Künstler, dievorzüglich große Geschicklichkeit für mechanische Arbeiten hatten, und be-sonders in edlen Metallen schöne Geräthe ausführten, und sie besaßenManufakturen in Wolle, Thierhaaren und Federn, deren Erzeüguisse st*schön und dauerhaft zu färben wußten.
Ferdinand der Katholische, dem alle diese südamerikauischen Provin-zen unterworfen wurden, gab den peruanischen Conquistadoren die er-oberten Länder ebenfalls als Feüdalbesitznngen hin: »Land und Leüte,hieß es in ihren Patenten, sollten ihr Eigenthum sein; dagegen sollte»sie eine bewaffnete Macht aufstellen und unterhalten, und der Krone ei-nen Theil (gewöhnlich den fünften) des mit dem Schwert zu erringende»Goldes geben." — Run fielen Eigennutz und Habsucht rasch auf ihreVeüte hin; daS Reich der Jncas wurde vernichtet und in große Leb»-güter, Encomiendos, wie in Mexiko, getheilt. — Aber die Encomeuder0°und Conquistadores wußten sich in Peru und den andern Theilen Süd-Amerika's diese ihnen zugestandenen Vortheile nicht lange zu bewahre»!— nur bedacht, die reichen Früchte ihrer Mühe» und Gefahren zuuießen, behandelten sie das unterjochte Volk mit einer solchen Grausa'»-keit, daß selbst ein Theil der Spanier darüber empört wurde; auch be-neideten, bekriegten und schwächten sie sich unter einander selbst. K^V. und seine Nachfolger benutzten diesen gebrochenen Zustand, dieder Eroberer zu verdrängen und an die Stelle einer bloßen OberlehnSh^heit eine unmittelbare königliche Gewalt zu begründen; alle Encomiendpwurden allmäblig eingezogen, mit der Krone vereint und den Kolonist^beschränktere Privilegien mit dem Grafen- oder Marquis-Titel zngest»'"den; der König setzte dem Namen eines Königs von Spanien noch deeines Königs von Indien bei, die Indianer wurden seine unmittelbareUnterthanen wie die Eingewanderten selbst, jedoch das Ganze als e>