Amerika.
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ein Protomedicato- oder Sanitätskolleginm. Stadt und Vorstädte, die>m NO. der erstern belegen sind, erhallen ihr Triukwafser von den süd-östlichen Bergen, mittelst eines Meilen langen Aquädukts, der zumTheil auf Bogen ruht und außerdem stnd die Wässer eines kleinen Flus-ses durch alle Straßen geleitet. Viele freundliche Dörfer und Landhäuserumgeben die Stadt und unweit derselben erhebt sich auf einem Hügeldie Einsiedelei del Carmen. — Guatemala zeichnet sich mehr als irgendeine andere spanische Stadt durch Nettigkeit, Reinlichkeit und Bequem-lichkeit aus; der Kreole von Guatemala ist ein ganz anderer Mensch alsanderswo; das köstliche Klima, die prachtvoll erhabene und zugleichreizende Natur, die ihn umgibt, die ewig heitere Lust, die er einathmet,läßt sein Blut heiterer rinnen; daher zeichnet auch eine leichte Fröhlich-keit, bei allem äußern Ernste, den Gnatemaler überhaupt aus: er ist zu-traulich, gesellig, gastfrei, mildtbätig und arglos; dabei voll lebendigenGeistes, geschickt und voll Industrie; man findet die geschicktesten Sil-derarbeiter, Musiker und Bildhauer unter ihnen, und fie übertreffen indiesen Künsten ganz Amerika, indem sie Produkte liefern, die selbst daskunstreiche Eüropa hoch schätzt. In großen Baumwollenmanufakturen,w wie durch einzelne Weber, werden die feinsten Mousseline und Gase,"ebst andern Baumwollengeweben geliefert. Die Zunft der Töpfer istbesonders zahlreich, und dieselbe liefert Fayence, welches dem Porzellannichts nachgibt, in solcher Menge, daß sie nicht nur den ganzen Staat ver-sorgen, sondern anch ihre Produkte ausführen. Außer diesen bestehen hiernoch Pnlquebrennereien, Znckerraffinerieu, Jndigvterien, Cigarrenfabri-ke», welche die Tnza, eine Guatemala eigenthümliche Art Cigarre», lie-fern, „ud alle Arten von Handwerkern. Die Frauen beschäftigen sichU'it Stickereien, mit Verfertigung weiblicher Kleidungsstücke, Federge-"'älden und künstlichen Blumen u. dgl. — Der Handel mit diesen Waa-^u „nd den Produkten des Landes ist von großem Umfange, und Gua-"Mala, obgleich ohne Hafen und ohne schiffbaren Fluß, doch der vor-Hehmste Handelsplatz des ganzen Staats, der bisher seine Geschäfte fastu»r mit Mepiko und Vera Cruz machte. Gegenwärtig geht man damit"'u, den RimVacas schiffbar zu mächen, und hat auch bereits den An-gemacht, dessen Mundung in einen Hafen, Pucrto Lrbertad ge-'uunt, nmznschaffen. — Der Handel mit dem wichtigsten Seehafen der^publik, mit Omoa, an der Hondurasbay, wird auf aüßerst mühsamenPfaden durch die Cordilleren mit Maulthieren betrieben. — Alles zeigt", daß der Staat und die Stadt in raschem Aufblühen begriffen find,"d die 5V.VVÜ Einwohner, welche die Stadt und den Bundesdistrikt be-, ?bn«n, beweisen durch ihre Thätigkeit, daß es nicht an ihnen liegenwen» „ichs Guatemala alle Staaten spanischer Nationalität über-^bgelt. Die Stadt Guatemala hat übrigens von jeher ein sonderbares^ ch>ck>al gehabt und jetzt bereits zum vierten Male ihre Stätte verän-y t- Zuerst von Pedro de Alvorado den I. Nov. 1527 unter dem Nü-tz^" Sau Jago de los Caballeros de Guatemala, an einem Ort gegrüu-S ' welchen die Einaeboruen Tyacnava nannten, fand daselbst am 11.Und bei WasserausbrUch des Volcano del Agua statt, der Felsen
Di-i "0?.ü'ue mit sich reißend, die Stadt, welche jetzt den Namen Ciukad-Dkeü küh", fast ganz zerstörte. Man verlegte nun die Hauptstadt einebete ^nordöstlicher, in die herrliche Ebene de Panel,oy; die hier gegrün-bis jetzt Antigua Guatemala genannt, wurde leider von 1565
"3 zehnmal von schrecklichen Erdbeben heimgesucht: am L. Juni