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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatensystem.

bewässert. — Luft und Klima sind an sich, als die eines Äquatoriallan-deS, sehr heisi, aber durch seine hohe Gebirgslage werden sie gemäßigtund sehr abwechselnd, und durch See- und Landbriseu merklich abgekühlt.Venezuela, obgleich am nördlichsten, ist wegen seiner vielen Flächen derheißeste Landstrich ; Neü-Grauada als Hochland gemäßigter, obgleich zumTheil dem Äquator näher; hier und in Ecuador ist es, wo man an-einemTag des Morgens auf frischen Wiesen, des Mittags auf starren Eisfel-dern und des Abends unter Zucker- und Kaffee-Pflanzungen wandelnkann, also Lappland und Afrika vereint findet. Die Gebirge kühlen dieHitze ab und machen so den Menschen den Aufenthalt möglicher. I"Ecuador lacht ein ewiger Frühling wegen der hohen Lage des Landes,und um Quito herum ist ein wahres Paradies. Auch hier zerfällt dasJahr nur in zwei Jahreszeiten, Sommer und Winter, oder vielmehr >»die Regen- und trockene Zeit. Die Anden und die Urwaldungen schla-gen vielen Regen nieder, und um Bogota herum ist der Himmel fastneun Monate lang mit Wolken bedeckt. Erdbeben und Orkane erschüt-tern oft die Natur in diesen mit Hitze und Feüchtigkeit so reich ange-füllten und zu großen Lnftprozessen geeigneten Ländern, und die auf derAndenkette vertheilten Vulkane tragen nicht wenig dazu bei, den Anbaueinzelner Striche des schönen Landes zu verleiden.

Für die ganze Mannigfaltigkeit der Natnrprodnkte Amerika's hatdas Land einen überschwenglich günstigen Boden; sein Klima bringtAlles hervor; die Südfrüchte Eüropa's gedeihen vortrefflich; Cacao n»dBananen, das Manna dieses Landes, wachsen im Überfluß, namentlichbefinden sich am Magdalenenflnß die herrlichste» Cacaopflanziingen, ma«könnte sagen Cacaowaldunge», und außerdem sind Kaffee, Baumwolle,Indigo, Ananas, Zucker, Reis, Mais, Taback und Getreide aller Artdie Produkte dieses Landstrichs. Balsame und Harze liefern die Wal-dungen in Menge, vor allen aber Kautschuk und Copal; BrasilienhoÜund andere Farbhölzer liefert Maraca'ibo, die Norbküste oder spanischeMain, und das columbische Guyana, und die Sagopalme, den Milch-oder Kuhbaum und eine Menge der trefflichsten Medizinalgewächse findetman in allen Theilen des Landes. — Wilde und zahme Thiere bietetdas Land im größten Überfluß; die ausgedehnten Ebenen sind mit Nt»-derheerden, mit Pferden und Maulthieren bedeckt; wild^ Schweine,Hirsche, Rehe, Affen, Meerkatzen und der A'i sind in Menge am Mag-dalenenfluß und Orinoco; aber auch viele wilde schädliche Thiere findetsich vor, die wir bereits in der einleitenden Übersicht speciell angegebcn-Die Urwälder sind noch ein Dickicht, voll von Schlangen und Raubtb>^ren, durch die der Mensch sich nicht wagt, und die er nur auf Massesstraßen durchdringt, wo der gefräßige Kaiman und Alligator lauert'Schwärme stechender Insekten füllen die Luft; lästiges Ungeziefer, deScorpion und der Tausendfuß, bedecken den Boden; blutsangende Flede^maüse stören den Schlaf, und von den zehn Landplagen Egyptens findeman, nach Mollien, wenigstens fünf am Ufer des Magdalenenstrowund z» Santa Fe de Bogota. — Doch ist hier auch das Land des G»"des, der Edelsteine und der Perlen, und Columbia überhaupt reichMineralien aller Art. Platina- und Gvldminen liegen am Fuße deGebirge; höher hinauf die übrige» Metalle; Platina aber wird türgenso haüfig als hier und dem benachbarten Peru gefunden. Venezuela hnur nnbedeütende Gold- und Kupferbergwerke; desto reicher ist ao .Neü-Grauada an Silber und Gold: die reichsten Minen finden sich "

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