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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerika.

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muß aber doch das Ausland liefern. — Der Handel befindet sich gegen-wärtig im Zunehmen, durch den Krieg hatte die Ausfuhr bedeutendabgenommen, bis jetzt hat sich dieselbe immer noch nicht hinlänglich ge-mehrt, und die Bilanz ist immer noch gegen die columbischen Staaten.Aber kein amerikanisches Land bat eine bessere Gelegenheit zum Handeldurch seine Lage im Mittelpunkt von Amerika, keines eine größereMeeresküste, keines zahlreichere Flüsse, die sich ins Meer ergießen undbessere AuSfuhrplähe, und keines mehr Bückten und Bayen als dieses;Neü-Grauada hat au Carthaqene und Rio Hacha zwei bedeutende Häfen;an Bogota den thätigste» Handelsplatz; Venezuela unter seinen achtHäfen am caraibischen Meere, Laguira, unfern Caracas, der gegen-wärtig den ausländischen Handel fast ganz allein in den Händen hat.Guayaquil ist der Haupthafen von Ecuedor; Esmaraldas und Atacamcssind nur unbedeutend. Cacao ist hier der wichtigste Ausfuhrartikel undgeht größientheils nach Mexiko; hierauf folgen Bauholz, Tabak, Ceiba-Wolle zum Stopfen der Matratzen u. s. w. Die Einfuhren bestehen inBaumwollen- und kurze» Waaren, Seidenwaaren, Wein, Weizenmehlu. s. w. Der Werth der Ein- und Ausfuhren aller drei columbischenStaaten bewegt sich in beiden Zweigen des Handels um 9 MillionenDollars. Die Hauptausfuhrartikel sind edle Metalle, besonders Gold,hier eine Stapelwaare, Platina, Perlen und Edelsteine. Früher wardie Ausfuhr des Goldes nicht erlaubt, jetzt aber in Barren und Stangengegen Enthebung von 3 Prozent des Werths, gestattet. Andere Ausfuhr-artikel sind noch: Haüte, die noch gesuchter als die von Buenos-Ayressind, da sie im Gerben mehr Gewicht behalten; Brasilienholz, Cacaound Baumwolle. Einfuhrartikel aber sind: alle Erzeügnisse der cüro-Päiscken Industrie.

Aufklärung. Kultur und Industrie sind in den columbischen Staatenfast nirgends größer als zur Zeit Ferdinand deS Katholischen in Europa;überall findet man dort das I5te Jahrhundert wieder; es fehlt der Re-gierung die Kraft und Energie der nordamerikanischen oder russischen,»m die Bewohner in Thätigkeit und Bewegung zu sehen, indessen hatMan doch erkannt, daß Schulen das dringendste Bedürfniß des Landessind, sorgt daher auch ganz hauptsächlich dafür, und hat bereits zu Bo-gota zwei Seminare zur Bildung von Lehrern errichtet, um diesem Be-dürfniß zu begegnen. Um Fonds für Schulen zu erhalten, hat manMehrere Klöster aufgehoben und deren Einkünfte zur Stiftung von Schu-len benutzt, und um die Verbreitung der Wissenschaften zu begünstigen,bat die Regierung verordnet: daß Bücher, Buchdruckerpressen und alleauf Wissenschaft ünd Kunst einschlagenden Gegenstände frei eingeführtwerden sollen, — In religiöser Beziehung ist hier Alles beim Alten ge-blieben: der Staat hat nach wie vor eine herrschende Kirche, die katho-lische, und duldet außer dieser keine andere; das Volk ist ihr bigott^"gethan und die Priester nähren immer noch einen großen Haß gegenFremde, die sich zu einer andern Religion bekennen. Übrigens findetMan unter den Geistlichen die aufgeklärtesten Personen, und die Revo-lution ist zum Theil ihr Werk. Die Revolution hat ihnen auch nichtsMr ihren Einkünften geschmälert und dadurch sich ihre Zustimmung oderNeutralität gesichert. Gegen Klöster aber ist die öffentliche MeinungbtzrchanS; der Kongreß von Cucuta hob viele Klöster auf, wandte derenEinkünfte den Schulen zu, und verbannte die Böswilligen.

Die Verfassung der columbischen Staaten ist der von Nord-Amerika,