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Amerikanisches Staatensystem.
gen, ist er doch jetzt auf i,50v Mark herabgesunken. — Der Diamanten-distrikt liegt in der unwirthlichen Serro do Frio, der Provinz MinasGeraes; sein Hauptoct ist Tajuco, am Flusse Jigitonhonha, wo selbstdie große Grube Mandanga sich befindet. — Die übrigen Metalle undMineralien, an welchen das Land so reich ist, als Zinn, Blei, Eisen,Schwefel, Quecksilber u. s. w. benutzt man entweder noch gar nicht odersehr nachlässig, und führt lieber schwedisches Eisen ein, statt den Reich-thum von Eisenerz, den man im Lande hat, zu benutzen. — Salz liefertdas Meer, und an der Küste sind viele Salzschlämmereien; Steinkohlenhat man in der neuesten Zeit i» der Provinz Santa Catarina entdeckt.
Die Landwirthschast wird ebenfalls noch höchst nachlässig betrieben,und kaum ist bis jetzt der fünf und stebeuzigste Theil des Ganzen ange-baut. Die Landgüter sind oft Tagreisen weit auseinander und durchWildnisse getrennt. Und welch ein Boden, welch ein Segen, welch eineLeichtigkeit des Anbaus, bietet sich hier dem Menschen dar. Kaffee»Zucker, Tabak. Baumwolle und Indigo sind die Haupterzeugnisse, undliefern reiche Erndten. Aber eben diese ausnehmende Fruchtbarkeit deSBodens, so wie der Sklavendienst hemmt die Fortschritte des Ackerbausund der Industrie, und statt mehr Sorgfalt auf die Erbauung hinläng-licher Cerealieu zu verwenden, die in den südlichen Provinzen zwar schonin Menge, aber nachlässig gewonnen werden, baut mau lieber Kaffeeund überläßt den nördlichen Theil des Landes, wo nur Kvlvniolproduktegezogen werden, öfters einer wahren Hungersnoth. Die Viehzucht wirdnur im südlichen Theile des Staate betrieben, und liefert Haüte, Hör-ner, Talg, und getrocknetes Fleisch im Handel; die Schweinezucht wirdüberall gepflegt, und als Hauptnahrungsmiltel dient das Schweinefleisch;Schafe gibt es nur wenige und deren Fleisch ist nicht beliebt, Ziegenaber werden der Milch wegen in Menge gehalten.
Die Industrie steht bei der geringen Bevölkerung noch tiefer alsder Landban, und außer Znckerrasfiiierien, Rumbrennereien, Gerbereien,Tabak- und Fayence-Fabriken und einigen Tuch - und Linnenmanufaktu-ren hat man noch keine «gewerblichen Etablissements. Selbst die ge-wöhnlichen Handwerke werden nicht allgemein betrieben, und nur in Niofindet man all- Gewerbe rcpräsentirt und in Minas Geraes, wegen derUnfruchtbarkeit seines Bodens, den Hanptsitz der Manufaktur. EineEisenfabrik, die einzige des Landes, ist in Apaueina errichtet, und hiervielleicht auch die einzigen Dampsmaschineu im Lande, in Anwendung gebracht.
Der Handel hat sich seit der Emancipation Brasiliens am meistenunter den Zweigen der Rationalbetriebsamkeit gehoben. Brasiliens Han-delsstädte wetteifern jetzt mit den ersten und reichsten der Welt. DieAusfuhren, die im Jahre 1821 erst 5,706,000 Milreiö betrugen, berie-fen sich 1841 bereits auf 27,380,500 Milreis, wovon 36 Prozent aufKaffee, 20 auf Zucker', und 44 Prozent auf Baumwolle, Haüte, Farbe-holz, Tabak, Gold, Diamanten u. s. w. sich vertheilten.
Den größten Antheil an dem auswärtigen Handel nimmt Nio Ja-neiro mit 52 Prozent der gcsammteu Ausfuhr; unter den Häfen dernördliche» Provinzen sind Bahia mit 16, Pernambaco mit 10, und dieübrigen Häfen dieser Provinzen, nämlich Para (Belam), Sän Luis deMaranham, Clara (Aracati), Macayo und Paraiba mit 21, und dieHäfen Nio Grande do Snl und Santas in den südlichen Provinzen,kaum mit einem Prozent betheiligt. Die Einfuhren sind wie die Aus-fuhren im gleichen Verhältniß gestiegen; 1821 betrugen sie erst 4,284,ooo;