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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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6. pw-sivlkolii,) und Rosen (liosa oonttkolla, k. ZgHiort), wodie sogenannten fünfspaltigen Kelche in fünf gesonderte Blättersich ausbreiten, indem sie sich zugleich von der Blume gelöst ha-ben und den Beweis liefern, daß hier im normalen Zustande nichtbloß Kelch und Blume aus fünf mit ihren Rändern unter sichverwachsenen Blättern bestehen, sondern auch beide mit ihren ein-ander zugekehrten Flächen zusammengewachsen sind.

Häufig findet sich eine Vermehrung oder Verminderung derZahl der Theile, entweder nur in einzelnen oder auch gleichzeitigin mehreren Cyklen der Blüthe. So sieht man Tulpen undHyacinthen mit 7 bis 8, Glockenblumen mit 6 Blumen-blättern oder Zipfeln und eben so vielen Staubgefäßen, währenddie erster» im normalen Zustande sechszählige, die leztern fünf-zählige Wirtel haben. Bei der stinkenden Nießwurz sa-hen wir dagegen (I. S. 292) statt der 8 normalen Blumenblät-ter zum Theil nur 7 oder 6 auftreten, wo jedoch die verminderteZahl der Blumenblätter nicht sowohl durch das Fehlschlagen, son-dern vielmehr durch die Umwandlung eines oder mehrerer dersel-ben in Staubgefäße hervorgebracht wird. Das Nämliche scheintin der Blume der A d o n i s-Arten, die auch nicht selten einvermindertes Zahlenvcrhältniß zeigt, vorzugehen.

Eine andere Mißbildung besteht in der Vermehrung oderWiederholung gewisser Blüthcncyklen, wobei entweder die übrigenCyklen keine Veränderung erleiden oder durch Umwandlung, seltnerdurch wirkliches Fehlschlagen, vermindert scheinen oder mangeln.Seltner sind hier die Fälle, wo die Wirtel der Staubgefäße sichvermehren, wie dieses in den Blüthen der Gartennelke unddes gemeinen Seifenkrautes (Ksponsria okstcinalis) bis-weilen beobachtet wird. Am häufigsten tritt die Vermehrung inden Cyklen der Blume ein. Eines der auffallendsten Beispieleliefert der schone Stechapfel (Latnrs kastnosa), dessen Blü-then oft eine doppelte, zuweilen sogar eine dreifache Blume tra-gen, wobei der Kelch unverändert bleibt und die Staubgefäßebald vorhanden, bald durch Umwandlung in eine innere Blumeverschwunden sind. Solche Vervielfachungen der Blume findenauch noch bei andern" Blüthen mit verwachsenblättrigen Cyklenstatt, wie bei der P f i rsi ch b lättri gen Glockenblume(Cinupkmula persiolkoll») , wo auch zuweilen der Kelch sich