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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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14
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verdoppelt, ferner bei dem wo hlriechenden Loosbanm (6Ie-Iostenckron kraArsns k errt. Vollenluern zsponiv!» 2^u«ü.) unsererGärten, dessen Blumen oft vier- und fünffach vorkommt. Bei denAyaeinthen find ^ogar nicht gelten 7 bis 9 Blüthenhüllenvön der normalen äußern umschlossen; doch bemerkt man hier,wie auch bei den mehrfachen Corolten der Glockenblumen, daßhäufig die monströs entwickelten Cyklen seitlich zusammenhängenund so eine fortlaufende Spirale bilden, wie wir sie schon beiwirtelständigen Stengclblättcrn gesehen haben. Dieser Verviel-fachung der Blume und des Kelches schließt sich zunächst nvchdic mehrfache Wiederholung der krcuzständigcn, schuppenförmigcnBractcen am Grunde des Kelches an, welche zuweilen bei derGarten Nelke (Oiantstus Cso^ophzstius) beobachtet wird, wodann das verlängerte Ende des Blüthcnstiels, wie die Achse man-cher Achrcn, dicht mit dachzicgcligcn Schuppen besezt ist, wäh-rend dabei meist die ganze Bildung der eigentlichen Blüthe un-tcrbleibt, zuweilen aber auch noch ein Kelch mit einer monströsenBlume vorhanden ist.

Wie wir eine Vermehrung der Blüthencyklen bei verwach-senblättrigen Blüthcndecken sahen, so wird dieselbe noch häufigerbei gctrcnntblättrigcn angetroffen, wo sie ebenfalls entweder auseiner bloßen Wiederholung gewisser Cyklen, ohne Veränderungder übrigen, oder, was öfter geschieht, auf Kosten der lcztcrnund durch Umwandlung derselben hervorgeht. Auch hier trittdiese abnorme Vervielfältigung vornämlich in der Blume, oderwie bei Tulpen, in der Blüthcnhnlle ein und ist der Grund dersogenannten Füllung der Blüthen, von welchen man nach demverschiedenen Grade der Vermehrung und nach der geringern odergrvßcrn Anzahl der in Blumenblätter verwandelten höheren Blü-thentheile, halb- und ganz gefüllte Blüthen annimmt, auchwohl die durch bloße Wiederholung der Blume entstandenen nochals m e h r fache oder volle Blüthen unterscheidet. Die ver-schiedenen Arten der Füllung der Blüthen, welche meist in Be-zug auf die Pfianzenmetamorphose sehr belehrend sind, werdenselten im freien Zustande, z. B. bei einigen Ranunkelarten,angetroffen, sondern meist durch die Kultur hervorgerufen*). Sie

") Wir haben zwar schon Pflanzen kennen gelernt, in deren Blüthen-

decke jedesmal auch im freien Naturzustände eine Wiederholung