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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
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entstehen vorzüglich leicht und häufig bei manchen Pflanzen ausden Familien der Rvsaceen (Rosen, Kirschen, Himbeeren), Pa-pa veraccen (Mohn, Schöllkraut), Ra n u nc u la ce e n (Ra-nunkeln, Anemonen, Ackelci, Ritterspornen, Gichtrosen), Kreuz-blüthigen (Goldlack, Levkojen) und C ary vphy l leen (Nelken,Leimkräuter, Lichtnclken, Sciscnkraut), stellen sich aber auch beiPflanzen aus vielen andern Familien bei gehöriger Behandlungein, wie weiter oben durch mehrere Beispiele dargetban worden,und manche unserer Gartenpflanzen sehen wir gar nicht mit ein-fachen Blüthen, wie die Centifolienrvsc, die japanischeKerie (Kevin )npc»iien. kusius japon. K-m. Oovoliorus znp.r'/tll,i-.), aus der Familie der Rvsaceen, und der oben genannteLoosbaum, aus der Familie der Vcrbcnaceen, welche bei unsstets nur mit gefüllten Blüthen vorkommen. Dagegen läßt sichin andern Familien, besonders in solchen, wo eine normal unre-gelmäßige Blume vorherrschend ist, wie bei den Schmetter-ling sb thi g e n (Papilionaceen), den L ipp e n b l üth i-gen (Labiaten) und Scrophularinen, selten oder nie eineFüllung hervorrufen.

In diesen unregelmäßigen Blumen tritt nnn statt dessen öf-ters eine Umänderung in die regelmäßige -Bildung oder doch eineAnnäherung an dieselbe ein, ein Verhältniß, das man mit demNamen der Pcloricnbildung bezeichnet (I. S. 272 ) undwelches, obgleich nur auf abnorme Weise entstanden, als eineRückkehr znr symmetrischen Ordnung und darum auch nicht als

der Cyklen vorkommt und welche dadurch den gefüllten Blü-then ähnlich werden; es wurden (I. S. 290 und S. 309 ) genanntdie Früh l in g s - A d v n i s, die kanadische Kelchblume,die Fackeld i steln, in deren Blüthcndeckcn mehrere spiraligeCyklen, dann die M a g n 0 l i a c e e n, namentlich der Sterne-nis, die N ymphäaceen (Teich - und Seerosen-, in de-ren Blumen viele alternirende Mittel auftreten, und es könnendiesen noch beigesellt werden die europäische Trollblume<i>o»i»!, eurnpseu--) , deren Kelch, und dieZottenblumenCNerembriantliemum), deren Blume aus mehrfachen Cyklen gebil-det ist. Da aber hier die Wiederholung der Cyklen als normaleBildung auftritt, so können wir divse Blüthen nicht den gefüll-ten beizählen, indem man unter den leztern nur die durch ab-norme Vervielfältigung ihrer Cyklen veränderten Blüthen begreift.