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eigentliche Mißbildung erscheint. Am häufigsten kommt diese Pc-lvrienbildnng bei zweilippigen, vcrwachsenblättrigcn Blumen vor,und sie ist bis jczt beobachtet worden: in der Familie der La-biaten bei den Gattungen Hohlzahn (Oalsopsis) und H a h-nensporn (klovtvsntlius), in der Familie der Verben aceeubei der Gattung Müllen (Vitex imsiss, kiz. 305» bv), inder Familie der Scrvphularinen bei Leinkraut (länariavuIZaris, I'iA. 306, b. und I-in. Löwenmaul
tirrlilnum wnjns), Lausekraut (keckioolaris s^Ivutioa, ?.pnlustris, k. sujiln'asioläss), Fingerhut (viAitsIIs), Schild-blume (Csiolone baibsts) und Pantoffelblume (CalooolarlarnZos«), in der Familie der Sesam cen bei Sesam (8e8s-wuw). Auch in der Familie der Orchideen bei Ragwurz-Arten (Oresiis), selbst bei Pflanzen mit gctrenntblättrigcn Blu.men, wie bei S ch n cckenklee - (NocklosZo), Sturm hut-(^oonltum) und Veilchen-Arten (Viola lilvta), wurde diePelorienbildung bemerkt, und es ist mit ziemlicher Gewißheit zuerwarten, daß sie noch bei andern Pflanzen mit normal unregel-mäßigen Blumen erkannt werden wird. Bei diesen Pelorie» fin-det man öfters alle Uebergangsstufcn von der unregelmäßigenbis zur regelmäßigen Bildung der Corvlle, und es ist damit baldeine vollkommene Entwickelung der gewöhnlich zum Theil man»gclhaft gebildeten oder gänzlich unterdrückten Staubgefäße, baldauch ein gänzliches Fehlschlagen des sonst vorhandenen Staubgc-fäßcyklus verbunden; häufig tritt aber auch mit dieser Rückkehrzur Symmetrie eine Vermehrung oder Verminderung des norma-len Zahlcnvcrhältnisscs in den Cyklen aus, und diese Abweichun-gen der Pelorienbildung, nebst den eben erwähnten Uebergangsstu-fen sind dann allerdings als wirkliche Mißbildungen zu betrachten *).
*) Wie in den Pelorien die sonst fehlenden oder mangelhaft gebilde-ten Staubgefäße vollkommen ausgebildet erscheinen, so geschiehtdieses auch zuweilen in andern Blüthen, ohne daß sich dabei dieOrdnung in der Blüthendecke verändert. Dahin gehört die (inAs Ol-AsnoAr. vöget. I. p. 510 mitgetheilte) Beobachtung,
wornüch in den Blüthen des gemeinen Lorbeers (Naurusnobilis) die beiden über dem Grunde eines jeden Staubfadenssitzenden, kurzgestielten Drüsen (Bisch. Handb. d. Terminol. u.Systemk. tab. 34 , 1210, a) in vollkommene freie Staubgefäße
verwandelt vorkamen und so die dreifache Zahl der Staubgefäße