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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Seite
18
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tiefern, grünen Blattbildnng Herabsinken. Es fehlt jedoch keines-wegs an Beispielen, wo einzelne oder alle Cyklen in grüne blatt-artige Gebilde verändert sind, und es wurden davon bereits meh-rere (I. S. 324 und 339 ) namhaft gemacht. Don der ge-bräuchlichen Rauke (8is;inhoiii,n ofstoinals) sind in kiz.526 ", bo zwei mißgestaltete Blüthen dargestellt, in deren erstenKelch und Blumen wenig vergrößert, aber bereits von grünerFarbe nnd von der Konsistenz der gewöhnlichen Blätter waren,eben so die beiden schon mehr vergrößerten nnd oben getrenntenFruchtblätter, während die Staubgefäße sich unverändert erhaltenhatten; in der leztcn Figur sehen wir aber auch die Staubfädenschon verbreitert und dabei alle Theile der übrigen Cvklen größerund noch mehr den tiefer stehenden Blättern ähnlich geworden,mit welchen sie auch in der, zugleich mit der grünen Färbungauftretenden, Behaarung übereinstimmen. Solche thcilweise odervöllige Veränderungen von Blüthen in grüne Blättercyklen sindaußerdem noch an vielen andern Pflanzen beobachtet und zumTheil beschrieben und abgebildet worden, und sie bieten sich beieiniger Aufmerksamkeit in Gärten und im Freien nicht sehr sel-ten dar. In den erwähnten Fällen bleibt es nun bei dieser blo-sen Umwandlung der Blüthcnthcile in grüne Blätter, welche spä-ter absterben und vergehen, so daß hier die reproduktive Thätig-keit völlig erloschen nnd e.u deren Stelle eine rein vegetative, aufdie blosc Ernährung der Pflanze beschränkte getreten ist. Wirsehen daher anch alle Cyklen der so veränderten Blüthe mehroder weniger vffen ausgebreitet. Es gibt aber auch viele Bei-spiele, wo die blattartigen Theile solcher veränderten Blüthen inKnospen- oder Zwiebclfvrm zusammenschließen, von der Mutter-pflanze, sich trennen nnd ganz nach Art der Knvspenzwicbelnoder Bulbillen zu neuen Pflanzen answachsen können, wo alsodie Blüthe mit ihren FortpflanzungSorganen zum Dermehrungs-organ geworden, demnach hinsichtlich ihrer Funktion weniger tiefvon ihrer normalen Metamorphosenstufe hcrabgcsnnken ist, als inden zuerst genannten Fällen. Solche in Knvspenform umgewan-delten Blüthen kommen häufig bei manchen Gräsern, wie na-mentlich bei dem zwiebeltragen den nnd Alpen-Rispen-gras (koa flulbos» und p. nljiin») vor, bei welchen man diemit dergleichen mißgestalteten Blüthen versehene Form als