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uns die bereits an den Eichen beobachteten schon vermuthen las-sen. Die Verwachsung mehrerer Samen scheint indessen seltenzu seyn, und außer einem (von De Candolle angeführten") Bei-spiele, wo zwei Samen der Roßkastanie zur Hälfte mit ein-ander verwachsen waren, mochte dieses abnorme Verhältniß kaum vonandern Samen irgendwo erwähnt seyn. Weit häufiger ist das inFolge einer mangelhaften oder völlig unterbliebenen Befruchtung ein-tretende Fehlschlagen eines Theils oder aller Samen, wie diesesbei manchen knltivirten Pflanzen, z. B. dem Sauerdorn, derKraus beere und den Birnen, seltner, bei andern dagegen,wie bei der Ananas, und der Korinthentraube, häufigoder immer im knltivirten Zustande vorkommt. Auch an mißge-stalteten, übrigens keimfähigen Samen fehlt es nicht, wie mannamentlich bei den Wallnüssen öfters sehen kann, so wie um-gekehrt die Samen im Aeußern oft scheinbar gut ausgebildet er-scheinen, aber nur aus der leeren Schale bestehen, oder doch desKeims entbehren, wie bei dem auf den Südsecinseln knltivirtenBrod bäum und den meisten Bastardpflanzcn.
Eine abnorme Ueberzahl von Keimen gehört ebenfalls nichtzu den großen Seltenheiten. Zwei Keime finden sich zuweilen inden Samen des Mi stets*), des gemeinen Spillbaums(Lvon^mus europaens) und der Fichten-Arten. Drei bisvier Keime kommen häufig vor in den Samen der Pomeranzeund Pompelmuse (tütrus fleeumrum) , und bei der lezternwurden sogar schon acht bis zehn Keime in einem Samen ge-zählt. Wo eine solche Vermehrung der Keime statt findet, kom-men dieselben zuweilen auch der Länge nach zusammengewachsenvor"). Daß auch eine abnorme Vermehrung der Samcnlappenvorkommt, ist schon früher (I. S. 1.87) erwähnt worden, undes ließen sich leicht noch mehrere Beispiele dazu angeben ^). Ebenso fehlt es auch nicht an mißgestalteten und abnorm verkümmer-ten Kotyledonen, so daß sich die Abweichungen von der normalen Bil-dung häufig schon in der ersten Anlage der Pflanze vorgebildet finden.
*) Orxumoxr. vexet II, p. 7l.
') Bisch. Handbuch der Terminal, u. Systemk. t,b. 43, 6^. 1949.— H Vergl. De Candolle a. a. O. »ab. 54, lix- i. -- P Mansehe z. B. De Candolle a. a. O. tat». 55, i, « von 8,-nnpi» ismoss, und üj;. 5* von einem 8ol«uuu>.
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