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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Blüthcnthcile, «nr zu den Nectarbehältcrn z» gelangen, nicht sel-ten Schaden an. Unter den Halbflüglern ist der schwarzeBlasen fuß crirvips kli^sspus), welcher in den Blüthen vie-ler Pflanzen sich einnistet und die Blüthcnthcile durch seinenCaugrnßcl beschädigt.

Andere Insekten werden aber noch besonders dadurch schäd-lich, daß die Weibchen ihre Eier in die Eicrstöcke der Blüthenlegen, wo dann, indem die leztcrn weiter wachsen, die Larvendieser Insekten die Fruchthülle oder selbst die Samen verzeh-rcn, und dadurch die Fortpflanzung der Gewächse stören oderganz vernichten. Zu diesen schlimmen Gasten gehören unter denKäfern die Muffclkäfer (Lvuolius) , von welchen beson-ders der Erbsen-Muffelkäfcr (L?. kisi) den Hülsenpflanzenschadet, indem seine Larve zuweilen fast ganze Erbsencrntcn (be-sonders in Nordamerika) zerstört; unter den Schmetterlingender Obst Wickler (lsi^vnlis pomann), der seine Eier ;chvn in dieBlüthenknöpfe der Apfelbäume; unter den Hautflüglerndie schwarzhörni ge Schlupfwcspe (Ivsiueumon niAvieornis),

welche sie in die Eicrstöcke der offenen Apfelblüthen legt, wodann später die Larven im Innern der Apfelkerne leben und denKeim derselben verzehren"); unter den Zweiflügern dieBrand-sliegen (Lsons Lab?., Hpsiritis Lai?.), welche ebenso dieEierstöcke vieler Pflanzen anstechen, um ihre Eier in dieselbeneinzusenken. Auch die Lippenfliegen (Osoinis und DlasillusL«/?.) sind hier noch zu erwähnen, deren Larven zwar mehrdas Innere der Halme mehrerer Gctrcidcartcn benagen, aber da-durch vorzüglich die Befruchtung verhindern, wie die Frit-fliege (Osoinis krit Lab?.), welche in Gcrstcnpflanzcn zuwei-len so entsetzlich hauset, daß ein ganzes Feld taube Aehren bringt

') Merkwürdig ist es, daß das Anstechen des Eierstocks besonders auffleischige Früchte eine eigene erregende Wirkung äußert, indemdadurch ihre Reife meist um mehrere Wochen und selbst um einenMonat beschleunigt wird, wie dieses z. B. von den wurmstichigenBirnen und Aepfeln allgemein bekannt ist; und diese Be-schleunigung der Reife erstreckt sich selbst auf den Blüthenbodenoder das Blüthenlager, wenn dieses bestimmt ist, in die Fruchtbil-dung mit einzugehen, worauf sich das schon (il. S. 460) erwähnteVerfahren gründet, um die Feigen in den südlichen Länder» durchden Stich der Feigengall wespe zur frühern Reife zu bringen.