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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Mit den w a h r e n'Gallauswüchsen sind die oben (S. 85)-beschriebenen blasigen Erhebungen und Geschwülste nicht zu verwech-seln, die vvn den Stichen der die Blätter vermittelst ihres Säugrüs-sels aussaugcnden Blattläuse entstehen, und welche nie die re-gelmäßigen, bestimmten Formen der Gallauswüchsc zeigen. AuchMehrere Asterb lattlä nse (Osiermes /.r'n-r., 1*8)11»wie die des Buchs b a u m s (ksi. Kux!), verursachen durch denStich ihres Säugrüssels auf Blättern und Knospen den Gallaus-wüchsen ähnliche Geschwülste, welche man, nebst den übrigen ebengenannten, als falsche Gallauswüchsc unterscheiden kann.Eben so müssen von den wahren Gallauswüchsen die sogenanntenZapfenrosen unterschieden werden, welche entstehen, wenn einInsekt die Blättcrknospcn mit seinem Lcgestachel ansticht, umseine Eier darin zu bergen, wodurch die normale Verlängerungder Knospcnachse gehemmt und meist eine knotige Anschwellungderselben verursacht wird, während die Blätter sich mehr oderweniger ausbilden, über, wegen der verkürzt bleibenden Jntcrfo-liartheile, in Form einer Rosette oder eines schuppigen Zapfenszusammengedrängt erscheinen. Solche Blättcrrosen sieht mannicht selten auf den Zweiggipfeln verschiedener We id en-Arten,wo sie vvn der Weiden-Galt wespe (K^uips 8aliols) her-rühren. Auch auf Si-mscn (stuneus lampoeurpus unH«I. aou-tiüorus L/rr/r.) kommen häufig solche krankhaft veränderten Kno-spen vor, die zwar nicht so rosettenartig ausgebreitet, aber durchihre schone rothe Farbe ausgezeichnet sind, und bei dem Ocffnenebenfalls in ihrem Innern Jnscktcncier oder Larven zeigen'*).Ferner trifft man solche durch Insektenstiche verkrüppelte und Eieroder Larven einschließende Knospen, oft mit knollenförmig verdick-ter Achse versehen, bei dem wilden Thymian (Hc^mns 8er-pMum), mehreren Labkräutern (Kalium) und andern Pflan-zn an. Bei der Rothtanne (kinus Achles), deren Knospen vondcrTanucn-Afterblattlaus (KIrermos ^bietis) angesto-chen werden, nehmen dieselben eine den Tannenzapfen ähnliche

*) Diese Eier und Larven scheinen nicht der Simse«-Afterblatt-laus (ks^Ila ^uucorum LeoLr. , lävia äuvcoruw Latr.) anzuge-hören, da diese nur den Eierstock der genannten Simsen anste-chen soll, welcher dadurch über seine natürliche Größe anschwillt,dabei aber unfruchtbar bleibt.