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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
64
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Bildung an, indem die Blätter an ihrem Grunde zu hohlen pris-matischen Körpern anschwellen, die in eine mehr oder weniger ver-änderte Mattscheibe sich zuspitzen und nach dem Hervorbrechendes Insekts wie klaffende Fruchthüllcn aussehen. Auch bei derWcißtanne (kinns pioe») kommen solche falsche oderBlättcrzapfen vor» wo sie sogar eine noch regelmäßigereBildung haben. Durch die Zapfcnroscn überhaupt wird immerein ganzer Gipfcltricb oder Ast in seiner Entfaltung völlig unter-drückt, und geht so für die Pflanze verloren.

Bei allen durch Insektenstiche veranlaßten, krankhaften Miß-bildungen liegen diesen zwar auch rein mechanische Ursachen zumGrunde, aber eS ist doch nicht zu verkennen, daß zugleich eineorganische Einwirkung auf den Bildungstrieb der verlczten Theilemit im Spiele seyn müsse, weil eine solche Mannichfaltigkcit derFormen, verbunden mit der großen Beständigkeit in deren Wie-derkehr, bei einer so leichten Verletzung, wie die durch den Lege-stachel oder Saugrüßcl dieser kleinen Thiere bewirkte ist, un-möglich aus einem blos mechanischen Einflüsse allein zu er-klären wäre.

Dritter Artikel.

Von den Krankheiten, welche durch den Einfluß derSchmarotzerpflanzen entstehen, oder die Erzeuguug der-selben im Gefolge haben.

§. 242 .

Unter Schmarotzerpflanzen versteht man im Allgemeinensolche vegetabilische Wesen, die auf andern Pflanzen wachsen undaus diesen ganz oder zum Theil ihre Nahrung ziehen, sey es nun,daß sie durch die Aussaat hergclangt und in deren Substanz Wur-zeln geschlagen haben, oder daß sie ohne nachweisbare Aussaat ent-standen, die Säfte der von ihnen befallenen Pflanzen aufzehren.Nach ihrem allgemeinen innern Bau lassen sich die Schmarotzer,wie die übrigen Gewächse, in Gefäß- und Zelle «pflanzenabtheilen, die sich zugleich hinsichtlich ihrer Fortpflanzungswcise voneinander unterscheiden, indem die crstern durchweg den phanerogami-schen, die leztern aber den kryptogamischen Gewächsen sich anschließen.