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§. 243.
Der uachthcilige Einfluß, welchen die mit einem Gefäßsystemeversehenen oder die phancrogu in i s ch e n Schmarotzer auf dievon ihnen befallenen Pflanzen ausüben, ergabt sich schon ausDemjenigen, was bereits (!l, S. 322 — 326) über die Lebens-weise derselben gesagt worden. Sie nähren lieh immer auf Ka-lten ihrer Pflegemutter, und wenn die Menge des der leztcrnentzogenen Nahrungssafteö sehr bedeutend ist, so muß die Pflanzeentkräftet werden. Die nächste Folge wird also ein kümmerlichesWachsthum seyn, welches bis zur völligen Abzehrung sich steigernund endlich den Tod nach sich ziehen kann*).
§. 2)4.
Während die phancrogamischcn Schmarotzer nur auf gesun-den Pflanzen ihren Wohnsitz aufschlagen und, wie es lcheint, durchallgemeine Krankheiten, welche die leztcrn befallen, selber leiden,finden wir die aus bloßem Zellgewebe bestehenden oder die kryp«togamischen Schmarotzer am öftersten auf solchen Pflanzen und
P Mit diesen wahren Schmarotzern dürfen nicht die zahlreiche»Gefäßpflanzen verwechselt werden, welche entweder die Gewächsemit ihren Stammen und Argen blos umschlingen (s. S. 50) oderauch auf ihnen festgewurzelt sind, ohne daß jedoch die Wurzel»in die lebende Substanz derselben eindringen und aus dieser dieSäfte einsangen, wie dieses nicht allein von phanerogamischen,z. N. vom Epheu, der wurzelnden Bign oni e, ferner vonmehreren Orchidee», Bromeliaceen und A sphodeleen derTropenläiider, und selbst von andern Pflanzen geschieht, deren Same»zufällig auf der Rinde und in den Höhlungen altcrBäume keimen, son-dern auch mit kryptogamischenGesäßpflanzen, namentlich mit manchentropischen Arten aus denFamitien derFarneund Ophi vglvsseen,der Fall ist. Alle diese Gewächse, welche ihre Nahrung nicht wirk-lich aus dem Nahrnngssaste der Pflanzen aufnehmen, müssen alsuNächte oder falsche Schmarotzer unterschieden werden, undwenn dieselben auch znm Theil den von ihnen zur Auhestuug oderStütze gewählten Pflanzen dadurch schädlich werden, daß sie denzu ihrem Gedeihen nothwendigen Einfluß des Lichtes hemmen, dasVerdunsten der übermäßigen Feuchtigkeit verhindern, oder durchihr Zusammenschnüren dem Wachsthum derselben hinderlich werden,so können sie doch nicht als eigentliche Schmarotzer hier in Be-trachtung kommen.
Bischoq, Botanik. ». Landes L. THI. L