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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
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Pflanzenthcilen eingenistet, deren Gesundheitszustand bereits aufirgend eine Weise verändert oder gestört ist, so das; es zuweilenschwer wird zu entscheiden, ob die Entstehung dieser Schmarotzerdie Ursache oder die Folge des krankhaften-Zustandes ist. Dochscheint meistens das Leztcre der Fall zu seyn.

Die kryptogamischen Schmarotzer, von welchen kein Pflanzcn-thcil verschont bleibt, sind weit zahlreicher als die phancrogami-schcn, und ihr Heer wächst zu einer fast unübersehbaren Menge,wenn man, wie dieß gewöhnlich geschieht, alle jene Krankhcits-produkte dazu zählt, welche, im Innern der Pflanze erzeugt, zu»lezt meist an deren Oberfläche hervortreten und in ihrer vollkom-menen Ausbildung als besondere Arten selbstständigcr, vegetabilischerWesen sich darstellen. Sie lassen sich, der bessern Uebersicht we-gen, unter drei Abtheilungen zusammenstellen, und wir könnenunterscheiden: 1) oberflächliche oder solche, die wirklich außer-halb der Pflanzen entstehen und auf der Oberfläche befestigt sind;2) Ansschlags-Schmarotzer, welche unter der Oberhaut derPflanzen sich erzeugen, aber zulezt auf die Oberfläche derselbenhervortreten; 3) innerliche, die im Innern der Pflanzcnthcileentstehen und entweder gar nicht an die Oberfläche derselben ge-langen, oder, wenn dieses geschieht, eine gänzliche Auflösung derinnern Substanz des von, ihnen ergriffenen Theiles zur Folge ha-ben. Nach dieser Eiutheilung wollen wir die wichtigsten derselbennebst den damit in Verbindung stehenden Krankheiten, etwas nä-her kennen lernen-).

*) Auch von den wahren kryptogamischen Schmarotzern müssen diezahlreichen Zcllcnpflanzen unterschieden werden, welche auf leben-den Gewächsen sich ansiedeln, aber keineswegs von ihren Säftensich nähren, mögen sie nun nur oberflächlich angeheftet oder auchselbst unter der Oberhaut der Rinde entstanden seyn. Dalsin ge-hören alle'auf Holzpflanzen wachsende Moose, Lebermoose undFlechten, von welchen die Arten der beiden ersten und viele derleztcn Familie nur auf der Außenfläche der Stämme, Zweige undBlätter haften, und blos von der Feuchtigkeit der Atmosphäre le-ben, während mancheKrustenflechten zwar unter der Oberhautoder der äußersten Rindenschichte der Bäume und Sträucher ent-stehen, aber, ungeachtet sie das eigene Vermögen besitzen, die Sub-stanz der zunächst darunter liegenden Rindenschichten gleichsamaufzulösen und sich zu assimiliren, doch nicht eigentlich von dem