67
1. Oberflächliche kryptogamisch« Schmarotzer.
§. 245 .
Von diesen seyen zuerst diejenigen Pilze genannt, welche manmit dem Namen der Wurzelt!) dter oder Wnrzelmörder(lililirvetoni.-,) belegt hat, weil sie den Wurzeln und unterirdischenStämmen, worauf sie wachsen, höchst schädlich sind, und dadurchmeist sthr bald den Tod der ganzen Pflanze verursachen. Siestellen kleine knollenförmige Körper von verschiedener, oft unregel-mäßiger Gestalt dar, welche nach verschiedenen Seiten zarte, ästige
Safte des Baumes sich nähren, sondern wie die andern von derFeuchtigkeit der Atmosphäre leben, da die von ihnen zunächst be-deckten unverändert gebliebenen Rindenlagen vielmehr abgestorbenscheinen. Alle diese falschen Schmarotzer bringen an und fürsich den Pflanzen keinen Nachtheil, sondern diese werden entwedererst dann in größerer Menge davon befallen, wenn sie auf un-günstigem Boden und an unvortheilhaften Standorten bereitsein kümmerliches Wachsthum zeigen, durch das Bersten ihrerRinde den Anfing der Sporen und das Anhaften der daraus ge-reimten Pflanzen begünstigen, oder sie sind nur an ihrem Stammeund ältern Aesten d.-.mit bedeckt, wo ohnedieß durch die vertrock-nete und erhärtete äußerste Rindenschichte keine Einsaugung undAusdünstung mehr stattfindet, daher das Ueberziehen derselbendurch die kryptogamischen Zellenpflanzen ziemlich gleichgültig odervielmehr dadurch, daß namentlich die den Stamm an seinemGrunde überkleidenden Moospvlster die Feuchtigkeit zurückhalten,dem Wachsthum und der Gesundheit des Baumes noch zuträg-lich ist. Es kann also auch das Bewachsenseyn der Holzpflanzenmit zahlreichen Flechten, welches man als Aussatz betrachtet undbeschrieben hat, an und für sich nicht als eine Krankheitsform an-gesehen werden. Eben so müssen diejenigen Zellenpflanzen vonden wahren Schmarotzern getrennt und hier von unserer Betrach-tung ausgeschlossen werben, welche auf völlig abgestorbenen, ver-trockneten oder in Verwesung übergegangenen Pflanzen undPflan-zentheilen wachsen, da sie entweder auch nur aus der Atmosphäreihre Nahrung aufnehmen oder von den blos durch chemische Zer-setzung veränderten Säften leben, welche der seiner Auflösung hin-gegebene Organismus ihnen darbietet, wie dieses ebenfalls beimanchen Pflanzen der drei genannten Familien und bei einersehr großen Zahl von Pilzen der Fall ist. Es muß jedochbemerkt werden, daß alle wahren Schmarotzer unter den Zellen-pflanzen auch zu der großen Ordnung der Pilze gehören, oderdoch diesen zunächst sich anschließen.
L*