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beschrieben, von Andern (Fries, Nnger) aber nur als krankhaftmonströse Auswüchse der Blätter betrachtet werden *). Sie bil-den sich zwar in der Regel auf den bereits vollkommen entfaltetenBlättern aus; zuweilen zeigen sie sich aber auch schon während desAusschlagens der Blätter. Wo Blattfasern entstehen, schwillt dieBlattsubstanz etwas an, und dehnt sich zuweilen stellenweise soaus, das; sich blasige Erhebungen bilden, auf deren vertiefter Flächediese haarähnlichcn Afterbildnngcn sich erzeugen. Es scheint dabeiein Ucbcrschuß von bildungsfähiger Materie im Spiele zu seyn,und man hat beobachtet, daß die Erzeugung der Blattfasern umso spärlicher stattfindet, je großer die blasige Austreibung derBlattsubstanz ist, wahrscheinlich, weil dann jener Uebcrschuß desBildungssaftes mehr zur blosen stcllcuweisen Vergrößerung derBlattflächc verwendet wird, und darum weniger über die Ober-fläche selbst auswuchcrn kann ^). Die Bildung der Blattkäfern
Persoon, welcher sie für eine Pfianzengattung nahm, gab dieserden Namen Lri»eum. Fries, der sie als blose Hantausschlägeder Blatter betrachtet, unterscheidet (System, mycolsg. IÄ, p.520—524) drei Hauptformen derselben, nämlich: 1) r»plir>na (Kol-benflocken), kleine, kolbige oder kreiselförmige, in seidenartigeFlecken zusammengedrängte, mit einer krumigen Masse erfüllteFäden; 2 ) Lrineum (Rostflecken), längere, aufgeblasene, an ih-rer Spitze verdickte, innen meist leere Fäden, welche Flecken vontrumigem Ansehen bilden; 5) kliyHerium (Blattflocken), flockigean der Spitze verdünnte, eine körnige Masse einschließende, silz-artige Häufchen darstellende Fäden. Manche Schriftsteller habendie Blattfasern nur für krankhaft veränderte Haare ansehenwollen. Diese Annahme kann aber nicht so allgemein gelten, dadiese Aftcrbildungen auch auf vielen Blätter vorkommen, die niebehaart sind. Wo Haare vorhanden sind, da können diese aller-dings durch krankhafte Umänderung in Blattfasern übergehen.
*") Diese blasigen Austreibungen der Blätter breiten sich oft so sehraus, das; sie (z. B. bei den Pfirsich- und Ivhannisbeer-Blättern) die ganze Blattscheibe einnehmen, und dieselbe zu un-förmlichen, krüppclhaften Formen verwandeln, die dann Aehnlichkeitmit den oben (S. 55) beschriebenen, von dem Stiche der Blatt-läuse herrührenden Aufschwellungcn der Blätter erhalten, abernicht mit diesen, von dem Einflüsse eines mechanischen Reizes her-rührenden Bildungen verwechselt werden dürfen, obgleich auchhier ein durch äußere Einflüsse vermehrter Sastandrang die blasngen Aushöhlungen verursacht.