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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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Nach dem hier Gesagten kann also die dem Vermorschen-er Holzpflanzen zu Grunde liegende Bildung der Nachtfaserschon weit um sich gegriffen haben und der Baum dennoch äußer-lich gesund erscheinen; weil in den jährlich sich anlegenden neuenSplint- und Rindenlagcn das Leben sich erhält, bis zulezt dieseäußern, gesunden Lagen des im Innern morsch und hohl gewor-denen Stammes den Wipfel desselben nicht mehr zu tragen ver-mögen, und dann auf die früher (II, S. 544) angegebene Weiseder Tod des ganzen Baumes erfolgt.

Vierter Artikel.

Don den krankhaften Erscheinungen, welche verschie-dene Substanzen, als Gifte wirkend, bei den Pflanzenhervorbringen.

§. 260. ^

Eigentliche Vergiftungen kommen bei den sich selbst überlas-senen Pflanzen nur in so weit vor, als ihr Boden von NaturBestandtheile enthalten kann, welche ihrem Wachsthum nachthei-lig sind, wie dieses schon bei Betrachtung der chemischen Beschaf-fenheit des Bodens (§. 454457) mehrfältig angedeutet wurde;als dieser Boden durch die Wurzeln der in ihm gewachsenenPflanzen mit gewissen Stoffen geschwängert werden kann, welchenicht zur Ernährung anderer Pflanzen tauglich sind (vergl. II.S. 266268), und als der Rauch, so wie verschiedene Dämpfeund Gasarten, die sich bei dem Betriebe mancher Werkstättenund Fabriken entwickeln, einen mehr oder minder verderblichenEinfluß auf die Gesundheit der in deren Nachbarschaft wachsen-den Pflanzen äußern.

Was man über die Art, wie die dem Organismus derPflanzen schädlichen Stoffe wirken, weiß, beruht größtenteilsauf künstlich angestellten Versuchen, so daß wir die meisten Wir-kungen der Gifte nicht zu den im gewöhnlichen Lauf der Dingeerzeugten Krankheiten zählen können. Dazu kommt noch, daßman diese Versuche häufig an Pflanzen anstellte, die mit ihren Wur-zeln aus ihrem Boden herausgenommen, oder an Zweigen, dievon der Pflanze getrennt worden, wo dann in beiden Fällen schonvon vornherein, durch das, Eintauchen der Wurzeln oder des