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Zweiges in die angewendeten Auflösungen, diese Theile ihrem natür-lichen Zustande gewaltsam entrückt waren, und darum um so leich-ter der schädlichen Einwirkung jener Stoffe unterliegen mußten,weil beim langern Eintauchen der Wurzel (selbst in bloßes Was-ser) durch den verhinderten Zutritt des Sauerstoffs der Atmo-sphäre die Pflanze schon leidend werden kann, während ein abge-schnittener Zweig die Auflösung schädlicher Stoffe, eben so wiegefärbte Flüssigkeiten, zum Theil auf mechanische Weise einsangt,und so dieselben auch unmittelbar in die Gefäße aufnickmt, in welchesie, vermittelst des Einsaugens durch die unversehrte Wurzel nichtgelangen würden §). Wenn aber auch aus diesen Gründen vieleder bekannt gemachten Vergiftungsversuche keine sichern Schlüsseauf das Verhalten der unverlezten, in dem ihnen zuträglichenBoden wachsenden Pflanzen erlauben, so sind dieselben doch, wennsie mit Umsicht angestellt worden, in so fern von Interesse, alssie zu manchen Beobachtungen und Folgerungen hinsichtlich derLebenscrscheinungen im Allgemeinen und besonders noch in Be-zug auf den Einfluß der verschiedenen Bodenarten leiten können,so wie sie auch manche Verglcichungspunkte zwischen dem pflanz-lichen und thierischen Leben gewähren.
So wurde schon bei der Ernährung der Pflanzen (H, S.265 und 266) die Beobachtung mitgetheilt, daß die Pflanzen mitihren Wurzeln in wässerige Salzauflösungen gebracht, die Salzein geringerem Verhältnisse, als diese sich in der Auflösung befan-den, dagegen das Wasser selbst in größeren Maße in sich aufneh-men, daß die Wurzel allem Anschein nach erst dann die schädli-lichen Stoffe in sich eintreten laßt, wenn sie bereits durch derenäußere Einwirkung mehr oder weniger gelitten hat, und daß danngerade die am meisten zerstörend wirkenden Stoffe in größererMenge in die Pflanzensubstanz eindringen; und wir haben dar-aus den Schluß gezogen, daß auch im natürlichen Zustande denWurzeln, so lange sie unversehrt sind, vermöge der Struktur ih-res einsaugenden Zellgewebes, die Fähigkeit zukomme, das Wasser
*) Bei Vergleichung der Versuche über die giftige Wirkung verschie-dener Stoffe auf die Pflanzen stoßen wir ferner auf zahlreicheWidersprüche unter den Beobachtern selbst, so daß sich daraus oftnicht einmal mit Zuverläßigkeit auf die Schädlichkeit oder Un-schädlichkeit gewisser Stoffe schließen läßt.