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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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fortwährend in einem größern Verhältnisse, als die darin aufgr-lösten Stoffe aufzunehmen. Daß aber überhaupt nur flüssigeoder in Wasser aufgelöste Stoffe durch die Wurzel eingesvgenwerden können, ist bekannt. Es werden daher auch unauflös-liche Substanzen nur in so fern für das Wachsthum der Pflan-zen nachthcilig seyn, als diese, wenn sie in denselben wurzeln sol-len, ihre gewohnten Nahrungsstoffe vermissen. Daher kann mauSamen eben so gut z. B. in dem giftigen, aber in Wasserunauflöslichen, gelben Bleioxyde (dem Massicott und derBleiglätte) als in feinem Sande oder Glaspulver zum Kei-men bringen, und die jungen Pflanzen eine Zeitlang darin imWachsen erhalten, wenn dieselben nur hinlänglich mit kohlensäure-haltigem Wasser begossen werden, während die Auflösungen derverschiedenen Bleisalze sehr bald die mit ihren Wurzeln in die-selben gebrachten Pflanzen todten.

Die Metalloxyde und Metallfalze wirken in demGrade schädlich auf den Organismus der Pflanze ein, als sie leich-ter in Wasser auflvslich und dabei in größerer Menge im Bo-den enthalten sind. Daß jedoch von manchen eine kleine Mengenicht den geringsten Nachtheil bringe, beweisen die vielen Pflan-zen, in welchen man, wie schon (H, S. 128 ) angegeben, Eisen-,Mangan- und selbst Kupfersalze als gewöhnliche Bestandtheilefindet. Andere dagegen sind schon in sehr kleinen Mengen schäd-lich, wie der weiße Arsenik oder die arsenige Säure; dasQuecksilber aber, welches sich schon bei gewöhnlicher Tempera-tur (im lusterfüllten, wie im luftleeren Raume) in Dämpfe ver-wandelt, wirkt dadurch auf die Pflanzen, welche über diesem Me-talle unter einem Recipienten eingeschlossen werden, in kurzer Zeittödtlich, ein Umstand, worauf man bei den Versuchen mit Pflair-zen in abgeschlossenen Räumen wohl Rücksicht nehmen muß, weilman diese Räume niemals mit Quecksilber absperren darf, ohnedieses wenigstens mit einer Wasscrschichte zü bedecken, um dessenDerdünstung und schädliche Einwirkung zu verhüten.

In Bezug auf die Alkali- und Erdsalze ist die Art,wie sie auf die Pflanzen einwirken, schon bei der chemischen Be-scbaffenheit des Bodens, angegeben worden. Auch sie äußernnur dann einen bedeutenden Einfluß auf die Gesundheit und dasLeben der Pflanzen, wenn sie als wechselnde Bestandtheile des