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Bodens (§. 155) auftreten, oder überhaupt wenn sie in Wasser-auflvslich. sind, wobei es dann eben so, wie bei den Metallsalzen,auf die verschiedene Menge ankommt, in welcher sie den Pflanzendargeboten werden, ob sie diesen mehr oder weniger schädlich, odersogar zum kräftigern Wachsthum zuträglich sind.
Reine Alkalien und scharfe Säuren müssen natürlicherWeise durch ihre ätzende Eigenschaft das Pflanzcngewebe zerstörenund so die Gewächse todten. Säuren, die nicht scharf sind, wiedie Klee- und Blausäure, vermindern die Erregbarkeit undbringen eine Erschlaffung zuwege, in deren Folge die Pflanze ab-stirbt und vertrocknet. Das Nämliche bewirken aber auch nocheine Menge anderer Substanzen, dieselben mögen nun eine nar-kotische Wirkung besitzen oder nicht. Mehrere Säuren und scharfe,nicht metallische Grundstoffe, wie Chlor, Jod und Brom,können zwar im stark verdünnten Zustande die Keimung der Sa-men und das erste Wachsthum der junge,, Pflänzchen befördern(vergl. II, S. 486 und 487); aber bei einer länger» Einwirkungund in weniger verdünntem Zustande werden sie, wie die übri-gen scharfen Substanzen, unfehlbar den Tod der Pflanzen her-beiführen.
Wir haben schon (II, S. 266) erfahren, daß die Pflanzensogar in sehr gesättigten Auflösungen von Gummi und Zuckersterben, und es wird uns daher nicht befremden, wenn die Beob-achter, welche sich mit Vergistungsversuchcn von Pflanzen beschäf-tigten/ uns erzählen, daß sie die Gewächse in Auflösungen vonOpium, von verschiedenen Extrakten, von vegetabilischenSalzbasen und derei» Salzen, von flüchtigen Oelen, inGerbcsäurc, Weingeist, destillirten Wässern undandern, sowohl aus dem Pflanzen - als auch dem Thierreiche ab-stammende» .Stoffen sterben sahen. Alles dieses ist nur ein Be-toois mehr dafür, daß die Pflanzen des rohen, naturgemäß fürsto bestimmten Saftes bedürfen, um daraus ihren Nahrungs-und Bildungssaft, so wie die verschiedenen, in besondern Organenab - und auszuscheidenden Stoffe zu bereiten, und daß sie diesesuicht aus den bereits abgeschiedenen Stoffen zu thun vermögen,wenn ihnen dieselben zur Einsaugung durch die Wurzeln darge-boten werden.
Wie sehr es darauf ankommt, daß selbst die gewöhnlichen