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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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grünen Pflanzcntheilc geschieht, während bei Nacht und im Fin-stern die Blätter aus der Atmosphäre cinathmen.

Man hat zwar im Allgemeinen beobachtet, daß durch diesebr scharfen und ätzenden Stoffe die Pflanzcnsubstanz brandigund wie verkohlt erscheint, daß sie durch metallische Stoffe in ei-ne» Zustand von Trockenheit und Starrheit übergeht, währenddie meisten narkotischen Gifte eine Schlaffheit und ein Zusammen-sinken der krautigen Theile verursachen; aber das Leztere geschiehtauch noch durch die Einwirkung vieler andern Stoffe, die keinenarkotischen Eigenschaften besitzen, so daß es nicht wohl möglichist, deutlich unterschiedene Symptome bei den verschiedenen Pflan-zcnvcrgiftungen anzugeben. Es scheint, daß die im flüssigen Zustandedurch die Wurzeln aufgenommenen Gifte, wegen der Zerstörungdes natürlichen Eiiisaugungsvcrmögens der Wurzelspitzen, gewöhn-lich auch in die Gefäße eindringen und in diesen bis zu denBlättern aufsteigen; daher findet man auch vorzüglich das denNerven zunächst liegende Parenchym der Blätter davon angegrif-fen, während sie überhaupt durch Tödtung der Lebenskraft dereinzelnen Zellen den allgemeinen Tod der Pflanze herbeiführen,und nicht, wie in dem thierischen Körper, von einem Theile ausdurch die Mitleidenschaft auf die übrigen wirken. Daher kannman auch in der getödteten Pflanze oder deren Theile den gifti-gen Stoff unverändert wieder finden, was bei dem thierischenOrganismus in vielen Fallen nicht der Fall ist. So sieht manwegen der großen Gleichförmigkeit des Pflanzengcwebes oft dieverschiedenartigsten Gifte eine ganz ähnliche Wirkung auf dasselbeäußern, während bei den Thieren verschiedene Gifte auch aufverschiedene Weise und auf verschiedene Systeme wirken. VieleStoffe, die auf das Pflanzenleben zerstörend einwirken, sind oftfür das thierische, wenigstens in geringern Mengen, unschädlichund umgekehrt, und so ließen sich hier noch eine Menge Vcr-gsticbungspunkte aufstellen, die> aber alle nur weitere Beweise 'für die große Verschiedenheit des pflanzlichen und thierischen Le-bens in ihrer hoher« Ausbildung liefern würden. Darum mögendie hier gegebenen Andeutungen zu unserm Zwecke genügen.