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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
596
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betrachtete, demohngeachtet aber an seiner frühern Lehre festhielt,und die Blüthcntheile immer noch aus den concentrischen Schich-ten des Stammes ableitete, also zwei Betrachtungsweisen verei-nigte, die nach unsern jetzigen Begriffen völlig unvereinbar er-scheinen müssen. Linn6 war indessen der Meinung, daß dieRinde in den Bast und dieser in das Holz übergehe, und so hielter diese Schichten für ursprünglich gleiche und nur durch dasAlter verschiedentlich veränderte Theile, was nur darum möglichwar, weil er den innern Bau derselben gar nicht kannte und alsonicht wissen konnte, daß der Rinde, dem Bast und Marke dieGefäße gänzlich abgehen, daher aus ihnen weder der Holzkörpcrentstehen, noch auch eine einzelne dieser Schichten sich unmittel-bar in die mit Gefäßen versehenen Blätter und blattartigenTheile ausbreiten könne. Nur daraus entsprang dann seine An-nahme, daß, weil Blätter, Brakteen und Kelch Erzeugnisse derRinde seyen, die äußere Rindensubstanz in die Blätter, die mitt-lere in die Brakteen und die innere Lage derselben in den Kelcheingehe. Die Entstehung der einfachen Vlüthendecke oder desPerigons erklärte er so, daß in diesem Falle Rinde und Bast beiihrem Austreten in die Blüthe sich nicht trennen, sondern festverbunden bleiben. Wo einzelne oder mehrere Blüthencyklen feh-len, wie in den nackten, weiblichen Blüthen, da würden dieäußern Schichten von den innern durchbrochen, ohne sich in ihrenbestimmten Cyklus auszubreiten; wo dagegen kein Pistill vorhan-den ist, wie in den männlichen und geschlechtslosen Blüthen, datrete endlich das Mark nicht in Mitte der Blüthe hervor, son-dern sterbe ab oder vertrockne. Ueberhaupt hielt er das Markfür den wichtigsten Theil und für den eigentlichen Sitz des Pflan«zenlebens. Diese Ansicht über die Entstehung der Blüthcntheileführte ihn weiter zu der Annahme, daß in der Blüthe die Triebevon fünf aufeinander folgenden Zähren zusammengedrängt seyen,indem er die Blätter des Stammes oder Astes für den Trieb desersten, die Brakteen für den des nächstfolgenden, den Kelch fürden des dritten, die Korolle für die Blätter des vierten, dieStaubgefäße für die des fünften, und das Pistill für die dessechsten und lezten Jahres erklärte. Da aber in der Blüthealle Cyklen auf einmal sich ausschließen, so galt ihm dieses fürein Vorgreifen oder Vorauseilen der Knvspen-Entfaltung