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PnlSschlägcn des Herzens verglichen hat, geben sich einfach zunächst da-durch zu erkennen, daß an den Küsten das Meer sich in einer regelmäßigperiodischen Bewegung des Hin- und HerfließenS befindet. Sechs Stun-den lang zieht es sich ununterbrochen von den Küsten zurück und fließtins offene Meer ab, pflegt dann eine kurze Zeit stille zu stehen, bis eswieder zurückzukehren beginnt und eben so lange, als es abfloß, wiederaus dem Meere an die Küsten fließt, bis es seine ursprüngliche Hoheerreicht hat, um dann aufs Neüe wieder abzufließen. Diesen Abflußvon der Küste nennt man die Ebbe, den Rückstau dagegen die Fluth, undbeide treten mithin, wenn der ganze Hergang sich in einer regelmäßigenGestalt zeigt, innerhalb vier und zwanzig Stunden zwei Mal ein, eineEigenschaft, welche man ihre tägliche Periode nennt.
Doch nicht an allen Tagen beginnen die Enden dieser periodischenAb- und Zuflüsse zu derselben Zeit; ihr Eintritt wird täglich um etwa5« Minuten verspätet, und erst in ungefähr 30 Tagen (genauer 2 !» Tage12 ^ 44 m) kehren sie wieder auf die Zeit ihres ersten Anfangs zurück, umaufs Neüe diesen regelmäßigen Verlauf zu vollenden; dies ist die monat-liche Periode.
Schon eine oberflächliche Beobachtung der Tageszeiten, welche dieserWechsel durchlaüst, zeigt, daß sie in unmittelbarer Verbindung mit denPerioden des Mondes stehen. Wenn der Mond kulminirt, d. h. seinenhöchsten Stand über dem Horizont eines Ortes erreicht hat, sehen wirauch das Maximum der Fluth, oder Hochwasser eintreten, und Ebbe folgtum die Zeit, wenn er 90" vom Kulminationspunkte entfernt steht; dertäglichen Verspätung seines Aus- und Unterganges entspricht auch genaudie Verspätung der Ebben und Fluthen; denn der Mond braucht unge-fähr 24 /- 50 ^ Zeit von einem Meridian-Durchgänge bis zum andern,und wenn er seinen Monat vollendet hat, sind auch die Stunden desEintritts dieser Erscheinungen wieder dieselben, als im Anfange.
Sehr natürlich ist man daher darauf gefallen, die nächste Ursachedieses periodischen Wellenschlages in den Einflüssen des Mondes zu su-chen, und schon Aristoteles, Plinius und andere Naturforscher des Alter-thums haben diese Ansicht gehabt, ohne sich indessen eine genauere Rechen-schaft von der Art, wie diese Einwirkung vor sich geht, ablegen zu können;erst den Physikern der neüern Zeit war es vorbehalten, durch Anwendungder Gesetze der Gravitation und tiefe analytische Forschungen diesen Zu-sammenhang vollständig aufzuklären und ihm eine allgemeine Begrün-dung zu geben, deren Anwendung auf die einzelnen Fälle kaum etwas zuwünschen übrig läßt. Newton war es vorzugsweise, von dem eine voll-