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Erster Band.
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liegen. Dadurch wird dann der kreisförmige Durchschnitt der Wasserkugeldllik in die elliptische Gestalt Kim» verwandelt werden; d. h. dasWasser wird an den Orten, in deren Meridian der Mond steht, und anden ihnen entgegengesetzten (um 189° von ihnen entfernten) Punkten stei-gen, an den 99° davon entfernten Punkten dagegen fallen; in k und Iwird also höchste Fluth, und gleichzeitig in k und m tiefste Ebbe sein.Da nun der Mond täglich ein Mal durch den Meridian jedes Ortesder Erdoberfläche geht, und eben so täglich ein Mal durch den eines 180°,davon entfernten Ortes, so werden auch täglich (in 24 ^ 59»-) zwei Flu-chen und zwei Ebben Statt finden müssen, und das Wasser des Meereswird in einem steten Ab- und Zufließen begriffen sein.

Diese einfache Erscheinung wird aber durch eine Menge von Neben-umständen in ihren Äußerungen modificirt. So trifft die Fluth niegenau mit der Kulminationszeit des Mondes durch den obern und unternDurchschnitt des Meridians zusammen, sondern pflegt gewöhnlich zwei bisdrei Stunden später einzutreten. Der Grund davon liegt darin, daß dasWasser vermöge der Trägheit der Materie nicht augenblicklich den Ein-wirkungen der vermehrten oder verminderten Anziehung Folge zu leistenvermag, daß es vielmehr einer gewissen Zeit bedarf, um die bestimmteHöhe zu erreichen. Ganz ähnlich und auch offenbar aus denselben Ur-sachen tritt auch, wie wir in dem von der Temperatur handelnden Kapitelgesehen haben, die größte Hitze des Tages, welche doch entschieden vonder Sonne veranlaßt wird, nicht zur Kulminationszeit dieses Gestirns ein,sondern erst zwei bis drei Stunden später; und eben so fällt die größteWärme im Jahr nicht in den Juni, in welchem die Sonne bei uns denhöchsten Stand erreicht hat, sondern erst in die Monate Juli und August.Ähnliche Beispiele, welche stets durch den Widerstand erzeügt werden, deneine jede Bewegung in dem Zusammenhange der Theilchen in der Materiefindet, ließen sich viele beibringen.

Es haben ferner Ebbe und Fluth an einem und demselben Orte, alsobei der Einwirkung derselben Lokal-Umstände, nicht zu allen Zeiten einerleiStärke; auch diese Erscheinungen haben sich aus allgemeinen astrono-mischen Gründen auf eine sehr genügende Art ableiten lassen. Außer demMonde ist es nämlich noch die Sonne, welche Einfluß auf die Hebungund Senkung des Oceanischen Gewässers ausübt. Ist sie gleich viel wei-ter ,von uns entfernt als der Mond, so bewirkt doch die viel größereMasse und die dadurch bedingte größere Anziehungskraft, daß ihre Ein-wirkungen noch sehr merkbar werden müssen. Laplace giebt das Verhält-niß der Kräfte, mit welchem beide Gestirne Anziehung ausüben, etwa wieBerghcms. Bd. I. 29