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Erster Band.
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l zu 3 an. Da nun Sonne und Mond in jeder beliebigen Stellung ge-gen einander vorkommen können, so folgt daraus, daß die resultirendeWirkung derselben bei diesen verschiedenen Ständen eine sehr verschiedenesein müsse. Stehen beide 90° von einander entfernt, wie es zur Zeit derQuadraturen der Fall ist, so werden sich ihre Wirkungen aufzuheben stre-ben; es wird daher die Größe der Gezeiten in dieser Mondsperiode amunbedeutendsten sein; stehen beide Gestirne dagegen auf derselben Linie,so werden sie einander in ihren Wirkungen unterstützen, ganz gleich, obsie in Opposition oder in Konjunktion (im Nest- oder Vollmond) seinmögen; es wird daher in den Syzygien die Fluth bei weitem höher seinmüssen. Die ersten (niedrigeren) Fluthen nennt man Nippfluthen, dieletzten: dagegen Springfluthen; auch von ihnen ist zu bemerken, daß sienicht stets genau mit den bezeichneten Mondsperioden zusammentreffen,sondern etwa zwei Tage später eintreten.

Von diesem Zusammenwirken beider Gestirne hangen noch andere,untergeordnete Verschiedenheiten ab. Beide stehen der Erde nicht in allenZeiten ihres Umlaufs gleich nahe; die Sonne steht der Erde im Winter-solstitium um eiu Bedeütendes näher, als zur Zeit der längsten Tage; indieser Zeit muß also ihr Einfluß ganz besonders merkbar werden. Ebenso ist der Mond auf seiner elliptischen Bahn der Erde bald näher, baldferner. Sonne und Mond vollenden ihre Laufbahn in einer Ebene,welche verhältnißmäßig nur eine geringe Neigung gegen die Ebene desÄquators hat; bei der ersten: bekanntlich etwa 23'//, bei dem letztemetwa 28°; sie können sich daher nicht weiter vom Äquator entfernen, undan den Orten, welche innerhalb dieses Gürtels auf der Erde liegen, wer-den daher Ebbe und Fluth verhältnißmäßig am stärksten sein; nach denPolen hin werden die Gezeiten abnehmen, und, wie Newton schon zeigte,in etwa Lat. 65° nur wenig merklich sein. Diese Gränze wird jedochauch wandelbar: tritt nämlich der Mond in das nördliche Zeichen, sowird auch die Fluth in der nördlichen Hemisphäre stärker als in der süd-lichen sein, weil er dann uns höher steht, und dies ist im Winter der Fall,Zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche tritt überdieß noch der Fall ein, daßO und L zugleich dem Äquator am nächsten stehen, und dann auch derMond (welcher doch immer die hauptsächlichste Ursache der Erscheinungbleibt) gerade sich in der Erdnähe befindet; dann muß daher die Wirkungbeider vereint in den Syzygien vorzugsweise stark sein, zumal in denÄquatorialgegenden.

Es ist leicht begreiflich, daß die klare Einsicht dieses Phänomens einegenaue Auseinandersetzung sehr verwickelter Verhältnisse erfordern würde;