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fluthet, wiederholt sich an mehreren Punkten unter den Tropen, insbeson-dere im Ostindischen Archipelagus, wo das Hochwasser gemeiniglich mitder Kulmination des Mondes, an einigen Orten aber auch dann eintritt,wenn der Trabant der Erde in der Nähe des Horizonts oder gar in dem-selben steht. Ja auch weit außerhalb der Wendekreise finden wir dieErscheinung der einmaligen Gezeiten in 24 Stunden, so namentlich ander südlichen Küste von Vandiemensland, indeß im Port Dalrymple,an der Nordküste, die regelmäßigen, d. h. zweimaligen Gezeiten herrschen.
Während an der Westküste von Südamerika innerhalb und außer-halb der Tropen die Fluthhöhe selten über 5 Fuß steigt, zeigen sich ander Westküste von Indien sehr bedeütende Erhebungen, welche an dieanalogen Verhältnisse der Ostküste von Nordamerika erinnern können.So ist im Hintergründe des Golfs von Cambay, Lat. 22" N., der senk-rechte Unterschied der Ebbe und Fluth in den Syzygien 30 bis 36 Fuß;auf der Nhede von Surate 20 bis 21, und im Hafen von Bombay 15bis 17 Fuß. Im Golf von Martaban, welcher weit innerhalb der Tro-pen liegt, steigt und fällt das Meer bei den Syzygien 23 bis 24, undauf der Höhe der Rangun Barre, an der Mündung des Jrawaddi-Stro-meö, 20 bis 21 Fuß. In den Gaspar-Straßen, die nur 2'/-° vvm Äqua-tor entfernt sind, beträgt das Steigen und Fallen bei Springflnthen 16oder 17 Fuß; aber ein so bedeütender Unterschied zwischen Hoch- undNiedrigwasser ist an Punkten in der Nähe des Äquators selten.
Der Einfluß, welchen die gegen Osten gerichtete Stellung der Küstenauf die Gezeiten ausübt, wird besonders deutlich, wenn sich der vomOsten andrängenden Fluth noch der Strom eines Flusses entgegensetzt;eine Bedingung, welche nirgends ausgezeichneter eintritt, als am Amazo-nenstrom, der mit Macht von W. nach O. fließt; dort kennt man an derMündung eine der furchtbarsten Fluthen, die unter dem Namen der Po-roroca bekannt ist und eine genauere Betrachtung verdient. Zur Zeit derSyzygien, sagt La Condamine, erreicht das Meer, statt etwa sechs Stun-den zur Fluth zu gebrauchen, in einer, höchstens zwei Minuten seinenhöchsten Stand. Daß dieses nicht ruhig vor sich geheu könne, läßt sichleicht erachten. Auf Entfernungen von einer bis zwei Lieues hört manein schreckliches Getöse, welches die Pororoca ankündigt. Je mehr sichdiese fürchterliche Welle nähert, desto stärker wird das Brausen, und balderblickt man eine Wasser-Mauer (xromontoire ä'enu) von zwölf bis fünf-zehn Fuß Höhe, dann eine zweite, dann eine dritte, und zuweilen einevierte, die rasch auf einander folgen und die ganze Breite des Kanalseinnehmen; diese Welle stürzt mit reißender Geschwindigkeit landeinwärts