und vernichtet Alles, was sie auf ihrem Wege findet. An einigen Stel-len sieht man die Pororoca ganze Landflächen wegreißen, die größtenBaume entwurzeln, überhaupt Verwüstungen aller Art anrichten. Ichhabe bemerkt, fügt La Condamine hinzu, daß sich dieses nur dann ereig-nete, wenn die Welle, in einem engen Kanale aufwärts stürzend, aufihrem Wege eine Bank oder eine Untiefe traf, welche ihr ein Hindernißentgegenstellte, und daß nur hier und nicht anderswo diese ungestüme undunregelmäßige Bewegung der Wasser ihren Anfang nahm, und sie etwasjenseits der Bank aufhörte, wenn der Kanal an Tiefe und bedeütenderBreite wieder zunahm.
Während seiner Schifffahrt längs der Küsten von Brasilien undGuiana hat Kapt. Lartigue Gelegenheit gehabt, mehrere Erfahrungen zusammeln, welche zur Erklärung dieses merkwürdigen Phänomens beitragenkönnen: —
Eine bekannte Thatsache ist es, daß an der Küste von Guiana dasMeer während der ersten Stunde der Fluth weit bedeütender steigt, alsin jeder der folgenden Stunden; auch weiß man, daß, wenn die Strö-mungen stark sind, der Anfang der Fluthwelle, so wie der Anfang derBewegung des steigenden Meeres verhältnißmäßig verspätet wird, und indiesem Falle das Meer in der ersten Stunde um so höher steigt; dannfolgt die Fluthwelle unmittelbar auf den Ebbstrom und gewinnt ganzplötzlich an Kraft. Am südlichen Arm der Amazonen - Mündung, wo imMai 1825 der Fluthftrom drei bis vier g. Meilen in der Stunde zurück-legte, stieg das Meer fast plötzlich um ungefähr 2 L /2 Fuß; denn kaumhatte der Ebbstrom aufgehört, als er auch sofort durch die Fluthwelleersetzt wurde, Ähnliche Erfahrungen wurden in Para und Cayenne ge-macht, wo ein schwaches Geraüsch, welches durch das Übereinanderlanfender Wellen veranlaßt wurde, jedes Mal anzeigte, daß sich zwei Strömebegegneten und die Gezeiten sich veränderten. An den Küsten von Guianascheint der Ebbstrom die von der Fluthwelle aus dem hohen Meere her-beigeführten Wasser eine Zeit lang aufzuhalten, woraus an gewissen Stel-len eine Anhaüfung erfolgt, die so lange besteht und vielleicht selbst an-wächst, bis daß der Ebbstrom seine Kraft verloren hat und der Fluthftromdas Übergewicht erhält. Die Geschwindigkeit dieser letzter« Welle muß,sobald sie thätig wird, um so größer sein, je länger die Wasser zurückge-halten wurden, und ihre steigende Bewegung, bemerkt Lartigue, kannallerdings so rasch erfolgen, daß sich das Meer fast augenblicklich zu erhe-ben scheint. Diese Effekte, welche an der ganzen Küste von Guiana wahr-genommen werden, zeigen sich auch an der Mündung des Amazonen-