worden sind. Schon Aristoteles glaubte, daß die Meereswellen durch dieheftige Bewegung bei Stürmen erwärmt würden, und unter den Neüerenhaben besonders Jrwing und Förster sich dieser Meinung geneigt erklärt;Peron bat indeß bewiesen, daß diese Angabe in einer Taüschuug gegründet sei.Immer fand er, daß bei Stürmen die Temperatur der Meeresfläche sichbeträchtlich vermindert hatte, wenn gleich allerdings nicht so bedeütend,als die Temperatur der Atmosphäre, wodurch bei Oberflächen-Prüfungdes Wassers ein Gefühl größerer Wärme erzeügt werden muß. Die Ur-sache davon ist leicht einzusehen. Ein kalter Luststrom, welcher von denPolen herkommend, die heftigen Stürme erzeugt, kann die Luftmasse ausihrer Stelle bewegen; er durchdringt sie und verschluckt ihren Wärme-gehalt, das Wasser dagegen bietet ihm nur seine aüßerfte Oberfläche dar,und die Abkühlung kann die untern Schichten nur durch sehr allmäligeMittheilung in einem so schlechten Wärmeleiter treffen; es würde daherunstreitig die Abkühlung derselben nicht einmal so bedeütend sein, als siesich findet, wenn nicht die Wellenbewegung die Große der Fläche, welchedas Meer den Lustströmen darbietet, vermehrte, und nicht eine lebhafteVerdunstung erzeügt würde, indem der von den Wellen hervorgebrachteSchaum sich in zahllose, kleine Dunstbläschen verwandelt, welche ihrenUmgebungen den Wärmestoff entziehen, eine Erscheinung, die freilichauch noch sehr zur Abkühlung der Atmosphäre mit beiträgt. Jedenfallswird indeß doch die Temperatur der Meeresoberfläche durch Beunru-higungen dieser Art erniedrigt, und zwar um so mehr, je heftiger derWind ist, auch wenn er nicht ein kalter sein sollte. Peron schätzt dasVerhältniß der Abkühlung, welche das Wasser im Verhältniß zu der,welche die Atmosphäre erleidet, in gewöhnlichen Fällen wie 1:6, inFolge seiner eigenen Beobachtungen.
Eine besondere Erwähnung verdienet das Verhältniß, welches dieTemperatur der Meeres-Oberfläche an den Küsten und auf offenem Meerezeigt. Hier stoßen wir auf einen merkwürdigen Widerspruch unter zuver-lässigen Beobachtern, dessen Losung wir nicht zu geben vermögen. Peronfand, daß bei Annäherung an die Küste die Temperatur der Meeres-Oberfläche merklich erhöht werde, und daß man nach dem Fortschreitender Wärmezuuahme schon aus großer Ferne den Grad der Annäherungan das Land bestimmen könne. Diese Erscheinung scheint natürlich inder größeren Erwärmung des Festlandes und in der geringeren Tiefe desMeeres gegründet, bei welchem der Boden schon an der Erwärmung durchdie Sonnenstrahlen Theil nehmen kann, und nun zugleich die erlangtegrößere Wärme an das Wasser abgiebt. Peron glaubt zugleich, daß der